Aktuelles und Neuigkeiten Aktuelles und Neuigkeiten
Geschrieben von marit am 05.10.2004, 16:38 Uhrzurück

Re: das stimmt schon Schwoba...

... aber es ist eben auch ein grundsätzliches Problem mit Statistiken, daß sie im Grunde notwendig vieles unberücksichtigt lassen müssen. So heißt es ja auch immer, daß Übergewichtige dem Gesundheitssystem zur Last fallen, weil sie früh Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetis oder so kriegen. Dabei wird aber nicht berücksichtigt, daß jemand, der wegen bislang gesundheitsbewußtem Leben sehr lange lebt natürlich ein sehr viel höheres Risiko hat, in höherem Alter Alzheimer oder so zu bekommen. An irgendetwas stirbt man halt immer und fällt dann doch den Kassen zur Last.

Ähnlich diese Kinderkostenstatistiken. Eigentlich müßte man die konkreten Differenzen berechnen, von einem einzelnen Familieneinkommen bevor Kinder da sind und dann danach - und DAS müßte man dann mitteln. Bei uns hat z.B. sich an den Gesamtausgaben des Haushaltes (also an der absoluten Zahl) gar nichts geändert. Nur die Posten, für die wir unser Geld nun ausgeben sind eben andere. Aber nicht bloß, weil mit einem Kind die Kosten explodieren, sondern weil sich der komplette Lebensstil ändert. Wenn ich vor Louise schon so sparsam gewesen wäre wie jetzt und könnte das noch 10 Jahre weiter sein, dann könnte ich mir vielleicht schon eine Eigentumswohnung kaufen. Aber: Kinderlose haben in der Regel nun mal einen anderen Lebensstil. Ehrlich gesagt hätten wir uns auch noch nicht so früh für ein eigenes Kind entschieden, weil wir dachten, wir kommen ja jetzt schon nicht mit unserem Geld aus. Als dann aber die ganzen Bahn- und Telefonkosten für die Unterhaltung der Fernbeziehung wegfielen und wir angefangen haben öfter zu kochen, ging es dann auf einmal sogar recht gut.

Was ich damit sagen will ist, daß es SEHR von der individuellen Lebenssituation anbhängt, ob ein Kind eine große finanzielle Belastung ist, oder nicht. Die höchste Belastung hat sicher die alleinerziehende Mutter mit gutem Beruf, den sie unterbrechen muß, weil kein Partner da ist, der das auch nur zeitweise mitträgt und die fast gar nicht von Hausfrauensubventionierung profitieren kann. Fast gar keine zusätzliche Belastung stellt ein Kind doch für Familien dar, die eh vom Existenzminimum in Sozialhilfe leben. Da ermöglicht Kinderreichtum doch sogar ein Haushaltseinkommen oberhalb eines niedrigen Arbeitseinkommens. Ob das dann für die Kinder so toll ist dauerhaft am Existenzminimum zu leben und dann auch noch jede Kleinigkeit mit allen teilen zu müssen, ist ne andere Frage...

Und, auch dies will ich an dieser Stelle mal sagen - auch auf die Gefahr, mich uneliebt zu machen -: ein Kind zu bekommen, BEVOR wenigstens ersichtlich ist, daß man eine Ausbildung (zur Not auch mit Kind) abschließen kann, oder einfach so ein Kind zu bekommen, weil es bruflich grade nicht so gut läuft und man eh "Lust auf was neues" hat ist dann eben auch eine Entscheidung, für die man Geradezustehen hat. Man "hätte" das ganze ja auch ökonomisch klüger angehen können (von Verhütungsunfällen mal abgesehen-bitte jetzt keine Abtreibungsdiskussion mehr!). Ich meine damit: in diesem Fall kostet nicht eigentlich das Kind so viel, sondern die Entscheidung, sich zur falschen Zeit dafür entschieden zu haben.

Beitrag beantworten

Zurück ins Forum

Unten der Beitrag und die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Die letzten 10 Beiträge im Forum Aktuelles und Neuigkeiten