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Geschrieben von Ralph am 26.08.2011, 0:25 Uhrzurück

Das stimmt ja nun so auch nicht, was Du schreibst...

Daß Du auf meine Frotzelei hinsichtlich Wirtschaftsansiedlung im ländlichen Bereich anspringen würdest, war mir klar und auch beabsichtigt. Schön zu wissen, daß es funktioniert. Eigentlich war es noch eine ganz andere Anspielung, aber das hast Du nicht verstanden - nunja, auch gut.

Zum Wirtschaftlichen:

Erstens brauchen Investoren keinen Leitzinssatz. Da brauchen wir auch gar nicht ins Detail gehen. Letztlich bestätigen alle Wirtschaftsfachleute in sämtlichen Medien (!!!), daß die Zinsbelastung für Deutschland bei der Einführung von Euro-Bonds steigen wird, da brauche ich auch gar kein großer Fachmann zu sein, um das zu registrieren, nur die allwissende donnalüttchen weiß das natürlich mal wieder besser (sogar besser als die Experten - Hut ab!). Letzteres ist völlig unerheblich, ersteres allerdings sehr wohl, denn die Fachwelt ist sich da einig, insofern schreibe ich nur das, was die Spatzen von den Dächern pfeifen. Wenn es bei Euch keine Spatzen geben sollte, wäre es an der Zeit, welche auszuwildern, vielleicht sogar aus Hamburg. :-)

Daß Deutschland und Frankreich zu den Haupteinzahlern der EU gehören, ist kein Stammtischgerede, sondern eine Tatsache, die ich im Übrigen - das ist Dir wohl entgangen - nicht gewertet habe. Nur weil gerade ICH es poste, wird etwas nicht automatisch unwahr - vielleicht auch ein Grundsatz, den Du dringend verinnerlichen solltest.

Man kann jetzt diese Fakten unterschiedlich bewerten, ja.
Die einen vertreten die Theorie, daß Euro-Bonds den Euro stabilisieren würden, die Zinsbelastung der in Schwierigkeiten geratenen Länder senken würden und diese Länder damit ihre Staatsfinanzen besser und effektiver in Ordnung bringen könnten, ihre Wirtschaft wieder wettbewerbsfähiger machen könnten usw.
Die andere Fraktion steht auf dem Standpunkt, daß diese Euro-Bonds unwägbare Risiken für die Länder bringen, die eine solidere Haushaltspolitik betrieben haben. Sie stellen in Frage, daß es eine wirkungsvolle Reglementierung bzw. Bedingungen bei der Ausgabe dieser Euro-Bonds geben könne. Sie warnen davor, daß bei Verstößen gegen Auflagen es wieder keine wirksamen Sanktionen geben könnte und damit die Haushaltsbelastungen der "sparsameren" Mitglieder im Euro-Raum steigen würden. Vor allem das Ausmaß sei unvorhersehbar. Da wird auch zumindest in Frage gestellt, ob es teurer kommt, Griechenland in die Drachme zurückkehren zu lassen. Griechenland macht grade 2% der Wirtschaftsleistung der gesamten EU aus.

Ich gehöre eher der zweiten Gruppierung an, lasse mich allerdings auch gerne von den Euro-Bonds überzeugen. Bisher sind mir keine wirklich schlagkräftigen Argumente begegnet, die meine Bedenken haben ausräumen können. Fest steht auch, da magst Du aufheulen, soviel Du willst, wenn sich herausstellt, daß sich Frankreich und/oder Deutschland aufgrund der Folgen der Euro-Bonds übernommen haben, ist es auch vorbei mit der EU, mit dem Euro... auch die europäische Idee hätte sich wohl bis auf weiteres erledigt.

Natürlich ist das Ganze noch komplizierter, das weiß ich auch. Aber im Großen und Ganzen stimmt das Ganze so auch ohne das Feintuning. Mal ganz abgesehen davon, daß Deine Beiträge aus wissenschaftlicher Sicht auch keine Glanzpunkte sind, so wären wissenschaftliche Abhandlungen so kompliziert, daß sie nur noch von Wirtschaftswissenschaftlern verstanden würden und nicht mehr von den Usern hier, Dich übrigens eingeschlossen! Von daher komm endlich von Deinem hohen Roß herunter.

Ralph

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