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Geschrieben von CIaudiaUSA am 15.08.2004, 21:13 Uhrzurück

Re: Danke für deine offenen Worte, Teil 2

Weiter drueber geredet haben wir aber nicht. Mir war alles superpeinlich. Ich habe erst vor ca. 7 Jahren in meiner Familie das Thema angesprochen. Totschweigen ist Vergiftung!!!

"Ich würde gerne die richtigen Worte finden für meine Nichte. Meine Schwester meint, ich sollte möglichst nur positives aus der "wirklichen Welt" berichten. Ist das sinnvoll?
Oder helfen meiner Nichte vielleicht auch Erlebnisse aus meinem Leben weiter, über die ich sonst nicht spreche? Und damit ihr vielleicht verdeutlichen kann, dass es sich zu leben lohnt?"
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Ich wuerde an Deiner Stelle von Dir selbst berichten. Auch ueber Deine "Geheimnisse", das schafft Vertrauen und ist fuer Dich selbst vielleicht auch mal ganz gut.

Sag ihr offen und ehrlich, dass Du Angst hast vor ihrem Selbstmord. Frag sie, ob sie einen Ausweg sieht. Wenn ja, hilf ihr, die richtige Psychologin zu finden. Rede ueber MEdikamente. Sag ihr, dass du bereit bist, sie zu unterstuetzen. Mach ein woechentliches Treffen moeglich. Ruf sie regelmaessig an.

Wenn sie keinen anderen Ausweg sieht, sag ihr ehrlich, wie sehr Dich persoenlich ihr Ableben treffen wuerde. Sag ihr, wie leid es Dir tut, dass sie dermassen leidet.

"Hilft es ihr, wenn sie mir erzählt, was wirklich mit ihr los ist? Sie möchte immer keinen aus der Familie belasten, weil sich sonst alle Sorgen machen..."
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UND GENAU DAS IST DER KNACKEPUNKT. Natuerlich muesst ihr erfahren, was mit ihr los ist. Wenn sie ausweicht, weil sie Euch nicht belasten will, auf Antworten bestehen und sagen, dass man sie liebt und die Ungewissheit viel belastender ist.

Sag ihr, Du glaubst wahrscheinlich, ich verstehe Dich nicht oder ich bin zu sensibel. Aber versuch mich mal! Du wirst erstaunt sein, wie gut ich Dich verstehen kann, was ich alles nachvollziehen kann, was ich selbst erlebt habe und wie stark ich fuer Dich sein kann. Ich liebe Dich naemlich! Zu einer guten Beziehung gehoert nicht nur gutes Wetter sondern auch mal Blitz und Donner. Ich bin bereit, Dir zuzuhoeren, ohne Dich zu unterbrechen und ohne Vorurteile, Vorwuerfen und Predigten. Ich will Dir eine Stuetze sein, denn ich weiss, wie beschissen das Leben manchmal sein kann. Ich bin auf Deiner SEite, gemeinsam sind wir staerker!

"Irgendetwas muss sie erlebt haben, womit sie nicht fertig wird, soll ich taktisch nachboren oder soll ich Sonnenschein vorheucheln?
bin etwas ratlos..."
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Und das kannst Du rausfinden mit offenen, ehrlichen Gespraechen. BLOSS NIX vorheucheln, denn dann kann sie Dir unmoeglich vertrauen. Und raus kommt dabei nix.


Wie gesagt, ich bin KEIN Experte. Ich kann nur sagen, wie ICH mit einer solchen Situation umgehen wuerde.

Ausserdem wuerde ich eine Selbstmord-Hotline oder aehnliches kontaktieren. Ich habe mal gegoogelt:

Notfall-Hotlines, Links und Informationen

Notfall-Seelsorge (auch Suizid-Prävention):

Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:

0800 - 111 0 111 (ev.)
0800 - 111 0 222 (rk.)
0800 - 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

Email: unter www.telefonseelsorge.de

Deutsche Gesellschaft für Suizid-Prävention:

0921 - 283301
Adressen Beratungsstellen in ganz Deutschland

Da kannst Du bestimmt als Angehoerige einer Suizidgefaehrdeten Anhaltspunkte, Tips und Anweisungen bekommen, wie Du ihr am besten helfen kannst.

Es ist toll, dass sie eine Tante wie Dich hat!!!!

Liebe Gruesse von
Claudia

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