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Geschrieben von Frank NRW am 22.07.2005, 8:46 Uhrzurück

Re: Bonitätsprüfung..... an den herrn aus NRW

"Wenn die Kosten für die Bonitätsprüfung x% vom Umsatz sind, die Forderungsausfälle jedoch (x-y)% vom Umsatz sind, dann nehme ich das kleinere Übel!"

Ist jemand gewerblich tätig, so sind die Kosten für die Bonitätsprüfung unterm Strich und auf ein gesamtes Geschäftsjahr gesehen immer "das kleinere Übel".

Man muss sich mal folgendes vorstellen:

100 Prüfungen kosten "(fiktiv) 200 €. Eine Anfrage beim zuständigen AG (dieses Recht hat jeder) ist die reine Anfrage gar kostenlos. Lediglich die Ablichtung einer evtl. bereits geleisteteten eV kostet € 15,00.

Ein Forderungsausfall hingegen kann bei Beitreibungsversuchen den Wert bereits um 200% übersteigen. Selbstverständich steht der Beitreibungserfolg auf sehr wackeligen Beinen.

"Es hängt doch wirklcih vom Gewerbe ab."

Sage ich ja. Nur da, wo ich eine Rechnung ausstelle und hierdurch auch mienen Betrieb finanziere, gilt in jedem Fall das o.g. Eine Kiosk, Blumenhandel, die sich in der Stadt befindlichen Läden, können bei Barzahlung auf eine Prüfung natürlich verzichten.

"Wir haben eine große Zahl von Privatkunden mit vergleichsweise kleinen Beträgen"

Welche sich jedoch im Laufe der zeit summieren könnnen. 100 Zahlungsunfähige Kleinkunden machen dann schon einen Großkunden aus.

"Übrigens zahle ich bei Bestellung bei mir nicht bekannten Unternehmen auch nicht per Vorauskasse oder Nachnahme, ich kauf dort einfach nicht!"

Kommt darauf an, um was für Unternehmen es sich handelt.

"Meine Tante hatte vor Kurzem einen Mantel in einem Online-Shop bestellt, der auch sehr seriös wirkte - per Nachnahme. Der gefiel ihr nicht, also hat sie vom Rückgaberecht Gebrauch gemacht. Das Geld (immerhin fast 400 Euro) hat sie bis heute nicht gesehen. Nach mehrmaligem Anfragen teilten die mit, sie hätten ein bisschen Zahlungsprobleme. Ende vom Lied gerichtliches Mahnverfahren läuft."

Kenne mich mich Online-Shops nicht allzusehr aus. Aber warum geht man dann nicht zu einem bekannten Online-Shop bei dem diese Gefahr "vermutlich" nicht besteht? Selbst bei erfolgreich Durchgeführeten Mahnverfahren muss dann aber immer noch das Geld rein. Wenn man davon ausgeht, dass gerade ein Online-Shop zahlungsunfähig ist, bringt einem auch der Titel dann leider nucht viel weiter. Die Kosten eines Beitreibungsversuchs steigen ins Unermessliche. Im Falle der Inso laufen Erfolge hier eh gen 0. Leider!

Faxit:
Wenn man sich "zumindest relativ" sicherfühlen will, Hände weg von aus dem Boden geschossenen Anbieteren, welche kurzfristig auftauchen und dann wieder verschwinden.

"Nein, ich bestelle nirgendwo, wo ich Vorkasse oder Nachnahme leisten muss! "

Ist natürlich Dein gutes Recht. Nur wird sich dann so mancher Unternehmer fragen: Warum nicht? So besteht dann Misstrauen auf beiden Seiten; das Geschäft kommt nicht zustande und der Gewerbliche hat einen Auftrag und bei doch seriösen Kunden weniger Einnahmen.

Der Verbraucher hingegen hat sich zwar in diesem Moment gesichert, muss jedoch damit rechnen, dass dieser Geschäftliche evtl. nicht mehr allzulange aktiv sein wird.


Eine wirklich verzwickte Lage. Um jedoch nicht in dem Sumpf der Schuldnenfalle zu geraten, ist eine Abwägung in jeglicher Hinsicht mE sowohl für Private, als auch Geschäftliche unabdingbar. Denn rein kommt man leicht; raus hingegen nur sehr sehr schwer!

Gruß

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