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Geschrieben von marit am 10.03.2005, 12:03 Uhrzurück

Betreuungsdesaster in Freiburg

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Freiburg mußte ich 280 Euro für nen Halbtagsplatz zahlen, in Köln nur ein wenig mehr für nen Ganztagesplatz. Das Ganze ist zwar oft nach Einkommen gestaffelt, aber bei der Einkommensberechnung spielt oft keine Rolle, wieviele Personen sich dieses Einkommen teilen müssen.

Eine Freundin von mir hat betreuungsmäßig in einer Freiburger Kita folgendes erlebt: Neuzugänge gibt es immer einen Schwung ab Mitte August. Weil man nicht möchte, daß alle auf einmal kommen, gewöhnt man nacheinander ein. Es müssen aber ALLE Neuen ab Mitte August Beiträge bezahlen, in welcher Reihenfolge die Kinder drankommen, wird über Los bestimmt. D.h. einige zahlen schon 2 Monate, bevor sie das System überhaupt nutzen können.
Dann wird eine ewig lange Eingewöhnungszeit angesetzt: die ersten 2 (!) Wochen, sollen die Kinder nicht länger als 2 Stunden in der Einrichtung bleiben, dann soll es allmählich gesteigert werden (O-Ton der Erzieherin: Bei manchen Kindern könne es bis zu einem Jahr dauern, bis die volle Betreuungszeit erreicht sei). Dei Zeit von 4 Wochen DARF nicht unterschritten werden, auch dann nicht, wenn die Kinder sich schon nach 3 Tagen alleine wohl fühlen. Den Eltern, die das abkürzen wollen, wird Grausamkeit ihrem Kind gegenüber unterstellt.

In einer ruhigen Minute gestand aber eine der Erzieherinnen meiner Freundin, daß man nicht wisse, wie man den Personalnotstand anders bewältigen solle, und daß die implizite Mitarbeit der Eltern inzwischen fester Bestandteil der Initiative sei.

Es wird da aber nicht mit offenen Karten gespielt (so von wegen, man müsse einen Tag pro Woche dort arbeiten), sondern alles läuft darüber, daß man den Eltern ein schlechtes Gewissen macht, daß sie ihr Kind überhaupt "abgeben". Der ganze Spaß kostet bei einem "sogenannten" Ganztagsplatz 450 Euro - und das, obwohl diese Kita ja nun wirklich kein Arbeiten BEIDER Eltern ermöglicht.

Selbst die Unikita verlangte damals 350 Euro für einen Ganztagesplatz - ohne Ermäßigungsmöglichkeiten - und das trotz des Umstandes, daß diese Plätze vor allem von Studentinnen und Studenten genutzt wurden - die konnten also ihr Erziehungsgeld und einen Teil des Kindergeldes komplett an die Einrichtung weiterreichen.

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