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Geschrieben von marit am 10.05.2004, 8:49 Uhrzurück

Re: @Benedikte, Marit...

Im Allgemeinen stimmt das schon, Antje. Aber das ist natürlich auch ein Machtinstrument in vielen Familien, das ich so ungerecht finde (mal ganz abgesehen von den sozialen Verwerfungen im Vergleich mit ärmeren Familien). Meine Mutter hat mir während des Studiums z.B. nicht mal mein Kindergeld ausgezahlt, mit der Begründung, daß sie damit das Haus-Darlehen tilgt und wir das ja schließlich mal erben würden. Also wäre das geld in unserem Sinne verwendet. Außerdem kamen meine beiden Eltern aus armen Verhältnissen und mein Vater hat sich hochgeschuftet zu einer Zeit, als man sich eben noch hochschuften konnten. Daher haben sie aber die Lebenshaltung, daß "jeder für sich selbst sorgen muß". Wir werden daher gar nicht unterstützt mit dem Argument, daß meine Eltern ja auch früher "nichts" hatten. Die völlig unterschiedlichen Chancen sehen sie dabei nicht. Daß es ihnen gut geht,ist allein ihr Verdienst, daß es mir finanziell schlechter geht, meine "Schuld". Inzwischen spielt meine Mutter auch mit dem Gedanken, das Haus zu verkaufen, so lange die Immobilienpreise noch nicht vollkommen im Keller sind (was ja nicht unvernünftig ist). Dann wird sie das Geld aber sicher auch verbrauchen, spätestens wenn sie mal pflegebedürftig wird. Wenn sie nicht verkauft und die Preise weiter fallen, bleibt vom Wert eines Hauses, das früher mal 400.000 DM gekostet hat, das nun aber in einem verödenden alten Bergarbeiterdorf liegt sicher nicht viel übrig. Zumal wenn man den Betrag durch drei teilt. Also von dieser Seite erwarte ich mir eigentlich nichts.

Ich bin da auch kein Einzelfall. Oft sehe ich, daß das Geld unserer Eltern und Großmüttergeneration auch zur Sicherung von Machtpositionen eingesetzt wird. Eine gute Freundin aus Schulzeiten erbt das Haus nur, wenn sie in diesem Ort wohnen bleibt und ihren Mann (der sie schlägt) nicht verläßt; ein ehemaliger Kommilitone von mir wurde enterbt, weil er sein Jurastudium abgebrochen hat, etc.

Ich finde es schon verdammt ungerecht, daß eine Generation, die aus welchen Gründen auch immer, unter anderem auch auf meine Kosten lebt, sich anmaßt nach Gutdünken über Schicksale zu entscheiden -und sich dabei auch noch völlig im Recht glaubt.

Genauso mies finde ich es übrigens, wenn die Erben von großen Traditionsunternehmen, dasselbe meistbietend verkaufen und sich von dem Erlös einfach ein laues arbeitsfreies Leben machen, ohne sich um die Mitarbeiterschicksale zu kümmern (wie z.B. kürzlich bei Langenscheidt).

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