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Geschrieben von Rio am 04.03.2006, 13:12 Uhrzurück

@Benedikte: Auslandsadoption - Kosten

Hallo,

"Thema war im uebrigen auch das Haager Abkommen zu Auslandsadoptionen- ich kann Dir versichern, regulaere Adoptionen kosten keine Tausende von Euro. Die werden nur bei " gekauften" Kindern faellig, wenn man denen Papiere verschaffen muss fuer viel Geld, damit die deutschen Auslandsbehoerden uebertoelpelt werden koennen und den Kindern deutsche Papiere ausstellen und ein ordentliches Gutachten ans deutsche Jugendamt erstellen."


Das stimmt nicht. Mit dieser polemischen Ausdrucksweise ("gekaufte Kinder, Behörden übertölpeln")diskreditierst du viele Paare, die ganz legal ein ausländisches Kind adoptiert haben. Und die beteiligten Behörden/Freien Träger auf deutscher Seite gleich mit.

Auch und gerade völlig legale Auslandsadoptionen in Zusammenarbeit mit hiesigen Jugendämtern bzw. mit von ihnen zertifizierten Freien Trägern kosten immens Geld. Wirklich Tausende von Euro.

Die Gelder gehen u.A. drauf für:

- Kosten für Bewerberseminare der Adoptionsvermittlungsstelle

- Kosten für Bewerbergespräche mit der Fachkraft der Adoptionsvermittlungsstelle

- Kosten für die Adoptionsvermittlung

- Kosten für vorzulegende Unterlagen

- Kosten für Beglaubigungen, Überbeglaubigungen und Übersetzungen

- Kosten für Behörden im Heimatland des Kindes (Gerichtsgebühren, Passamt etc.)

- Kosten für einen Dolmetscher im Heimatland des Kindes

- Kosten für Hotel, Flüge, Lebenshaltung im Heimatland des Kindes


Dazu kommt, dass in vielen Staaten Staatsdiener nur gegen zusätzliches "Bakschisch" ihren regulären Dienst versehen und sich andernfalls schlicht weigern, die vorgelegten Papiere zu zertifizieren, erst auszustellen, anzuerkennen, oder oder...

Auch bei seriösen Vermittlungsstellen muß man i.d.R. einen Teil "Bakschisch" für Bedienstete im Heimatland des Kindes einrechnen. Das kann man gut oder schlecht finden, aber es ist Fakt.

Auslandsadoption ist ein zweischneidiges Schwert und es gibt viele Kritikpunkte, an denen man sich stoßen kann. Ich selbst sehe es auch nicht als unproblematisch an.

Aber dein Urteil, dass nur unseriöse Adoptionen ("Babyhandel/-kauf") Tausende von Euros kosten, ist schlichtweg falsch.

Viele Grüsse,
Rio

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