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Geschrieben von fiammetta am 16.12.2005, 10:58 Uhrzurück

Re: @Babybubbi

Hi,

das ist ja ziemlich übel.
Mein Vater hatte Hautkrebs, der, obwohl er sich regelmäßig kontrollieren ließ, von dem Dermatologen mangels Fortbildungen nicht rechtzeitig erkannt wurde. Nach der Operation folgten keine Bestrahlungen oder Chemotherapie und nach zwei Jahren traten Metastasen in den Lymphknoten auf. Die nächste Konsequenz waren erst weitere Streuungen in die Leber, dann ins Gehirn, in die Lunge und in die Knochen. Die letzten drei Tage hat er im Leberkoma und unter massivsten Gaben von Morphium verbracht.

Ich weiß also, was Euer Freund mitmacht und ich weiß auch, wie sinnlos eine Misteltherapie oder andere, teuerst unter der Hand verkaufte Wundermittelchen sind. Ich kenne mehrere Ärzte, die einen guten Deal mit dem Apotheker und den unerfüllbaren Hoffnungen der Todkranken machen. Die meisten dieser Medikamente sind ganz zufällig in Deutschland nicht zugelassen, aber stammen - so `was aber auch! - meistens aus der Schweiz und verschlingen locker im Monat um die 450.-€. Unnötig zu sagen, daß man das Geld selbst und sofort cash hinblättern muß. Die letzte Hoffnung ist dann, daß bei dem Preis die Heilung inbegriffen ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Mein Ratschlag ist hier, sich die verbleibende Zeit wirklich so schön wie gerade möglich zu machen. Heilpraktiker sind bei weitem keine Ärzte. Voraussetzung für die Ausbildung ist zumeist der Qualifizierte Hauptschulabschluß, was aber nicht schmälern soll, daß die Prüfung offenbar recht schwer ist. Dennoch: Es fehlen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, um derartig schwere Erkrankungen zumindest zu lindern, zumal Krebs im Endstadium mit extremsten Schmerzen verbunden ist. Unterstützt ihn lieber, indem ihr ihm Arbeiten abnehmt, ihm dabei helft, das beschwerlicher werdende Leben zu organisieren, ihm zuhört, jederzeit für ihn erreichbar seid und ihm Wünsche erfüllt (nicht finanzieller Art), die er sich sonst vielleicht versagt hat. Mein Horror ist immer die Geschichte eines angeehelichten Verwandten, der zwar 50km von Salzburg entfernt gewohnt hatte, aber der trotz seines sehentlichsten Wunsches, es wenigstens einmal zu besuchen, nie gesehen hat. Immerhin kostete der Grabstein dann DM 20.000.-...

Recht liebe Grüße,

Fiammetta

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