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Geschrieben von solelo am 30.01.2006, 18:06 Uhrzurück

*Aufgreif* Wollte Mal was in den Raum stellen

Auf einen Beitrag weiter unten "Kind in Plastiktüte" wurde mit einem Beitrag geantwortet, das einen Link zu Wikipedia enthält (http://de.wikipedia.org/wiki/Neonatizid). Abgesehen davon, dass der Abschnitt "Neonatizid im kulturellen Vergleich" äußerst interessant ist, steht weiter unten folgendes:

"*Neoatizid bei schwerstbehinderten Neugeborenen*

In den westlichen Kulturen vertreten seit Jahren eine Reihe von Menschen die Meinung, die selektive aktive Tötung bzw. die passiv zum Tode führende Nichtbehandlung von Neugeborenen mit schwersten Behinderungen oder Fehlbildungen (z.B. Anencephalie) solle legalisiert werden. Eine Vorreiterrolle nehmen in dieser Bewegung u.a. der australischer Philosoph und Ethiker Peter Singer und der britische Bioethiker John Harris ein. Letzterer vertritt ähnlich wie Singer die Ansicht, dass es "nicht plausibel ist, von einem moralischen Wandel während der Reise durch den Geburtskanal auszugehen" (BBC-News, 16.01.2004). Es ist beispielsweise seit langem gesetzlich legal und von großen Teilen der Gesellschaft toleriert und akzeptiert, bei einer vorgeburtlich festgestellten Behinderung oder Fehlbildung des Kindes einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Darum sei es nicht nachvollziehbar, dass man ein Neugeborenes aufgrund moralischer Prinzipien leben lassen bzw. am Leben halten müsse, wenn seine Behinderung oder Fehlbildung pränatal nicht erkannt worden sei und den Eltern die Alternative des Abbruchs nicht geboten werden konnte.
Die Kritik an diesen Bestrebungen ist nach wie vor enorm. Insbesondere in Deutschland wird nicht nur von Behindertenorganisationen befürchtet, eine entsprechende Regelung könne einer Mentalität politischen Raum und rechtliche Legitimation geben, die letztlich gesellschaftliche Einstellungen zu Menschen mit Behinderung hervorrufen könne, welche in der Vergangenheit die nationalsozialistischen "Euthanasie"programme möglich werden ließen."

Frage: Was haltet ihr davon? Vor allem an diejenigen, die abtreiben würden, sollte im Vorfeld geklärt worden sein, dass das Kind behindert sein würde - seid ihr dann auch dafür, dass die Kinder direkt nach der Geburt getötet werden, wenn es eben dann erst festgestellt wird? (wenn nein, warum nicht?) Ich bin sicher, kaum einer ist dafür und ich selbst stand der Abtreibung behinderter Kinder eher neutral gegenüber (obgleich ich es nicht machen könnte), aber so habe ich das noch nie gesehen. Warum sollte, wie schon im Artikel zitiert wurde, der Gang durch den Geburtskanal etwas an der moralischen Verweflichkeit ändern? Von daher muss ich für mich sagen, dass ich nun auch Abtreibung im Vorweld aufgrund einer wahrscheinlichen Behinderung auf jeden Fall nicht zustimmen kann, denn einer Tötung nach der Geburt zuzustimmen widerstrebt es mir vollkommen.

Gruß
solelo

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