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Geschrieben von fiammetta am 14.02.2006, 23:13 Uhrzurück

Re: auch Bildungsthema: Englisch

Hi,

keine leichte Entscheidung.
Ich würde eher zu Englisch tendieren, eben weil diese Sprache nun einmal auf Dauer wesentlich wichtiger sein wird als Französisch - zumindest statistisch gesehen. Vielleicht gedenkt Dein Kind auch irgendwann einmal in Frankreich zu leben, dann war`s, zumindest am Anfang, der umständlichere Weg. Wenn ich aber allein daran denke, was die Sprache der meisten Arten von Fachliteratur ist, dann ist`s halt meistens die eine. Ansonsten würde ich versuchen, trotzdem die Französisch-Schiene z.B. durch entsprechende Kurse am nächstgelegenen Kulturinstitut nicht zu vernachlässigen. Allerdings hilft alles nichts, wenn man als Mutter zwar das Beste will, nicht aber bereit ist, als entsprechendes Vorbild voranzumarschieren. Die eigene Glaubwürdigkeit leidet darunter und alles endet nur im Streik des Sprößlings.

Zu dem Thema Sprachbegabung: Sprachpsychologisch gesehen ist jeder, der in der Lage war seine Muttersprache zu erlernen, auch dazu fähig, eine Fremdsprache zu erlernen. Die Faktoren dafür liegen eher in der jeweiligen Lerngewohnheit, dem Interesse und der Motivation als in mangelnder echter Sprachbegabung, die tatsächlich erst anfängt, wenn man mehr als etwa vier Fremdsprachen erlernt hat und diese tatsächlich beherrscht (und nicht nur so tut als ob). Abgesehen davon weisen Fremdsprachen bestimmte wiederkehrende Muster auf, so daß jemand, der gerne neue Idiome lernt, sich immer leichter damit tun wird, auch wenn die neue Sprache nicht zu einer der ihm bereits bekannten Sprachgruppen gehört. Jemand, der also z.B. bereits Französisch und Italienisch wirklich kann, lernt rasch und problemlos Spanisch oder gar Russisch. Jemand, der recht anglophil ist, lernt weitaus eher Englisch als jemand, der grundsätzlich alles Amerikanische / Britische doof findet. Ich habe Ingenieure kennengelernt, die hervorragend mit Zahlen umgehen konnten, aber auf Deutsch einen höchst beschränkten Wortschatz hatten, kaum einen Satz einigermaßen richtig schreiben konnten und Fremdsprachen für dümmlichen Weiberkram hielten. Über deren Englischkenntnisse brauchen wir nicht zu diskutieren. Über manche derer sonstigen Eigenschaften und Ansichten allerdings auch nicht... Ist aber ein schönes Beispiel dafür, daß eigene Prioritäten ausschlaggebend für die langfristige Lernmotivation sind.

Solltet Ihr Euch für Englisch entscheiden, dann gestalte Euere Freizeit möglichst daran ausgerichtet und fördere alles, was diese Sprache für Dein Kind positiv belegt. Wie gesagt, ich würde auch die zweite Schiene nicht vernachlässigen, zumal Wissen Macht ist. ;-)

LG,

Fiammetta

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