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Geschrieben von Ralph am 26.09.2003, 11:05 Uhrzurück

Armutszeugnis?

Hallo Marit,

ich gebe auch zu, daß ich mich nun grade in der deutschen Literatur auch nicht bis ins kleinste Detail auskenne. Ich bin eher in der Musik zuhause.

Allerdings hätte ich gedacht, daß Kulturwissenschftler da ein bißchen mehr Wissen auf dem Gebiet der Literatur vorhalte. Nundenn! :-)

"Also daß allein das auseinandersetzen und tolerieren fremder Kulturen zum Verlust der eigenen führt, ist ein so hahnebüchener Blödsinn,mit Verlaub, wie ich ihn selten gelesen habe."

Dann hast Du nicht richtig gelesen! Ich habe nie behauptet, daß eine Auseinandersetzung mit anderen Kulturen zum Verlust der eigenen führt. Im Gegenteil, ich habe immer wieder gepostet und trete auch im Alltag mit meinen Kindern dafür ein, daß sich mit anderen Kulturen, Positionen und Meinungen auseinandergesetzt wird. Allein das erweitert den Horizont, kann Mißverständnisse aus der Welt schaffen und führt zu Verständnis füreinander. Deiner Meinung stimme ich zu.

Hier geht es m.E. aber um die Frage, wieviel Toleranz möglich ist und wo die Toleranz anfängt, kontraproduktiv zu sein.
Für mich bedeutet Toleranz ein Hinnehmen von anderen Auffassungen, anderer Lebenseinstellungen, vielleicht auch ein Ertragen von Dingen, die mir nicht so lieb sind, um auch dem anderen ein Leben nach seiner Fasson zu ermöglichen.
Vor lauter Toleranz darf ich aber doch nicht meine eigenen Interessen andauernd nur hinten anstellen. Ich beleibe deshalb bei der Ansicht, daß ich als Einheimischer schon das Heft in der Hand behalten sollte, insbesondere wenn es darum geht, wie welche Dinge im eigenem Land geregelt werden sollen.
In dem Moment, wo ich das Gefühl habe, daß die mir die Kontrolle "im eigenen Laden" entgleitet, geht doch zwangsläufig die Bereitschaft, nochmehr "Toleranz" zu zeigen, zurück.

Das, was Du im von mir zitierten Satz erwähnst, ist zumindest von mir so nie vertreten worden.

Und was Deine Beispiele an Kulturunsinn angeht... es gibt auch viele, die sich über die GEZ-Gebühren aufregen. Argument: Die Werbung ist doch schon eh so unerträglich, die machen doch genug Kohle... :-)

Ich habe auch nie behauptet, daß jeder Deutsche automatisch kulturell den Durchblick hat. Daraus dann aber abzuleiten, daß ich meine Identität immer mehr verwässere, halte ich für eine Forderung, die auf Dauer ernsthaft nicht aufrecht erhalten werden kann.

Noch einmal: Toleranz ja, aber es muß erlaubt sein, Grenzen dieser Toleranz nicht nur zu überdenken, sondern sie gegebenenfalls auch zu setzen!
Andere Völker setzen diese Grenze, und sie haben recht damit! Und wenn dann hier die Meinung vertreten wird, nur weil die es so praktizieren, wieso muß Deutschland es dann auch so tun... wie verquast sind wir denn eigentlich?

In einem Gespräch zu diesem Thema gestern abend hat meine Freundin eine in meinen Augen zutreffende Kernaussage geäußert: Die Deutschen haben verlernt, NEIN!! zu sagen! Sie vertreten, im Gegensatz zu ALLEN anderen Völkern dieser Welt, ihre ureigenen Interssen nicht mehr! Und genau das ist das Problem! :-)

Viele Grüße
Ralph/Snoopy

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