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Geschrieben von andrea70 am 18.08.2005, 9:09 Uhrzurück

Arbeitszeiten

Guten Morgen,

dazu muß ich jetzt auch mal meine Meinung abgeben: Ich habe mein Beufsleben mit Mitte 20 begonnen und bin da locker auf 60 Stunden gekommen. Ich hatte damals keine Kinder und mit meinem Mann zusammen eine kleine Wohnung. Damals hat es mir nichts ausgemacht für ein Anfängergehalt so lange zu schuften, weil ich ja schließlich was erreichen wollte, mich etablieren.
Mittlerweile habe ich mich etabliert, bin aufgestiegen und verdiene sehr gut. Ich arbiete heute viel mehr als früher (von den Aufgabengebieten her, die ich abdecke), aber nicht mehr so lange und das hat mehrere Gründe:

1. Mit der Erfahrung steigt die Effizienz der Arbeit, die man erledigt. Ich arbeite jetzt nur noch max. 45 Stunden / Woche.

2. Ich habe Kinder und will nicht mehr so lange arbeiten.

3. Ich könnte wahrscheinlich auch gar nicht mehr so lange arbeiten, weil die Anfangsmotivation nicht mehr da ist. Ich gehe zur Arbeit um in erster Linie meine Familie zu ernähren, so sehe ich das mittlerweile.

Meine Schlußfolgerung: Wenn man Karriere machen will oder für die eigene Firma arbeitet, ist es leicht sich zu vielen Überstunden zu motivieren, wobei man das Wort "Überstunde" dann gar nicht kennt, es ist selbstverständlich!
Es ist auch leicht, wenn man ansonsten keine Pflichten in der Familie übernehmen muß oder will (ich habe da den "erfolgreichen" Geschäftsmann vor Augen, der 2 Stunden Mittagspause macht, abends aber erst nach Hause kommt, wenn die Kinder schon im Bett sind, um keinen Streß zu haben, und dann noch jammert wieviel er doch arbeiten muß).

Aber leben wir um zu arbeiten oder ist es umgekehrt? Es gibt Berufe, die sind körperlich anstrengend oder extrem monoton. Da ist eine Arbeitszeitverlängerung wirklich hart.

@Jovi: Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Hast du schon mal Jahre lang so lange gearbeitet? Fandest du das wirklich so einfach? Wenn ich es richtig im Kopf habe, studierst du doch gerade noch, oder? Das Studentenleben habe ich persönlich als die schönste und am wenigsten anstrengende Zeit im Leben in Erinnerung (auch wenn man Prüfungen schreiben muß). Man kann nicht 40 Jahre lang unter Hochleistung arbeiten, das ist für die meisten unmöglich und auch unmenschlich.
Bevor man die Arbeitszeiten verlängern möchte und auf die "faulen" Beamten schimpft, sollte man sich vielleicht an die eigene Nase fassen und überlegen, wie sinnvoll für die Gesellschaft Studenten Ende 30 sind, die ihr vom Staat gesponsorte Zweitausbildung vielleicht nur 20 Jahre ausüben können. Das ist nicht böse gemeint, aber deine Ansichten hast du auch nicht gerade feinfühlig den Leuten gegenüber formuliert, die es betrifft.

LG Andrea

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