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Geschrieben von JoVi66 am 29.04.2003, 21:59 Uhrzurück

Alles wieder normal?

Wollten die Iraker nun eigentlich "befreit" werden oder nicht?
Noch vor ein paar Wochen wurde hier eifrig von Kriegsbefürwortern versichert die USA würden dem irakischen Volk die Freiheit bringen. Große Gesten mit gestürzten Saddam Büsten wurden als "Willkommensgruß" für die Alliierten gepriesen und Plünderungen gut geheissen mit den Worten: "Sie holen sich was ihnen zusteht" und "lasst sie doch mal , die armen Iraker bauen nur ihren Frust ab über jahrzehntelange Unterdrückung durch Sadams Tikritis".
Also für mich hat sich die "maßlose Freude " der Iraker aber sehr rasch gelegt. Geplündert wird schlimmer als je zuvor und mir kann keiner was erzählen, dass das arme gebeutelte Volk nur sein Eigentum zurückholt ( Etwa aus Staatsbanken, Museen, etc.?).
Antiamerikanische Demonstrationen zu Hauf, geschossen wird auf die Amisoldaten nicht zu knapp und die Situation ist insgesamt alles andere als erfreulich. Bush predigt dass sich die Situation "nahezu normalisiert hat" (wie er darauf kommt weiß ich nicht) während gleichzeitig auf Bagdads Flughafen wegen starkem Feuerbeschusses nicht gelandet werden kann.
Munitionslager am Rande von bewohnten Stadtvierteln explodieren, alte Saddamanhängerdrohen die "Amis aus dem Land werfen zu wollen"( fehlt nur noch unser Info-Minister um die Sache abzurunden) und die Schiiten spielen gänzlich verrückt, aber : für Bush ist alles fast wieder normal. Der Mann hat Nerven.
Die neue "Regierung" oder die es einmal werden sollte: keiner weiß wer sie stellen soll. Die Iraker wollen die Amis nicht, die Amis wollen die Iraker nicht, die Schiiten nicht die Sunniten, die Kurden wollen weder die Amis noch die Iraker und alle zusammen sind sich mindestens spinnefeind. Die UN wird zur gemeinsamen Konferenz erst gar nicht eingeladen und den selbsternannten Bürgermeister von Bagdad will überhaupt keiner ( da sind sich ausnahmsweise alle einig!).
Alle zusammen sind anscheinend unfähig die Situation einigermaßen zu beherrschen nur einer ist Herr der Lage: Mr. Bush! " Die Situation normalisiert sich". Zitat aus tagesschau.de:

".....Bei einer Rede vor hunderten Anhängern im Detroiter Vorort Dearborn sagte Bush zudem, dass sich die Lebensverhältnisse für viele Iraker seit Beginn der US-Besatzung verbessert hätten. "Tag um Tag, Stunde um Stunde verbessert sich das Leben im Irak", sagte Bush...." .

Die Amerikaner hören das, bauchpinseln sich ein wenig selber und alle sind zufrieden und glücklich, zumindest in Detroit.
Ciao Jovi

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