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Geschrieben von Ulimama am 03.03.2006, 20:46 Uhrzurück

Adoption ist nicht immer DIE lösung... (lang)

also - ein jahr "üben" nach aussagen des betroffenen paares kann so oder so effektiv sein, das nur mal vorangestellt. ehe ein paar dann in einer kinderwunsch-sprechstunde landet und letztlich bei versuchen der künstlichen befruchtung, dauert es in der regel jahre. bis 3 davon fehlgeschlagen sind (d.h. 3 mal vorbereitung, was für die frau sehr unangenehm sein aknn, 3 mal die prozedur, 3 mal warten, ob eine schwangerschaft entstanden ist und 3mal die enttäuschung, daß die regel kommt oder schlimmer noch, erst einmal eine schwangerschaft entsteht, die dann doch zum abort führt...) dauert es nochmal jahre.
da die wenigsten paare so extrem früh wirklich ernsthaft anfangen, ein kind machen zu wollen, landet man heutzutage gar nicht so langsam bei mitte-ende 30 bis zum 4. versuch...

unsere beiden kinder sind nicht durch künstliche befruchtung entstanden, aber auch mit hilfe von kinderwunschbehandlung. wir haben dazu noch etwas selbst veranstaltet, was sonst auch vom arzt übernommen wird, bei uns aber wegen nicht erfüllter voraussetzungen nicht. der erste teil lag an mir, der zweite an meinem meinem mann. und der hätte sich NICHT zu einer adoption entscheiden können.

wenn es am mann liegt, ist ja oft ICSI die methode der wahl. was bedeutet es für so manche partnerschaft, wenn man sich halb-einvernehmlich für adoption entscheidet und er hat dann ewig das gefühl, als mann versagt zu haben...ist das eine gute voraussetzung für eine erfolgreiche adoption ? kommt dann nicht bei schwierigkeiten beim adoptierten kind (so "alte" adoptionseltern dürfen keinen säugling adoptieren, sondern ein kind mit erfahrungen und erlebnissen, die spuren in seiner geschichte hinterlassen haben) der gedanke hoch, das wäre mit einem leiblichen kind anders gelaufen?

ich kenne einen fall, wo ein kind mit 2 jahren adoptiert worden ist, weil der mann zeugungsunfähig war. später stellte sich das kind als intelligenzgemindert heraus. die adoptiveltern trennten sich, die frau heiratete neu und bekam mit dem neuen mann ein kind, als das adoptivkind 6 jahre alt war, da begannen massive verhaltensprobleme . 2 jahre später war das adoptivkind im heim für schwererziehbare kinder gelandet, die mutter stellte den antrag auf aufhebung der adoption, als das kind teenager war, weil man sie darüber betrogen habe, daß es ein behindertes kind sei...
wäre das auch so gelaufen, wenn das paar ein eigenes kind mittels icsi (gabs damals noch nicht) bekommen hätte und dieses diese probleme gemacht hätte?

meine kiwu-praxis-ärztin ist übrigens in kollegenkreisen massiv kritisiert worden, weil sie uns geholfen hat. an sich hätte erst mein mann sein problem lösen müssen, dann erst hätten wir behandelt werden können. das hätte jahre gedauert oder es wäre gar nicht dazu gekommen...

die meisten menschen, die sich letztlich aber für eine künstliche befruchtung bzw. mehrere versuche entscheiden und das durchstehen sind aber vermutlich finanziell ausreichend stabil, um einen ggf. 4. versuch selbst finanzieren zu können. und für die die es nicht sind, sollte es eine härtefallregelung geben.

nachdenkliche grüße

uli

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