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Geschrieben von ibag am 07.12.2005, 15:14 Uhrzurück

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Mittwoch, 7. Dezember 2005
Alarmierende Studie
Viele Passivrauch-Tote

Jedes Jahr sterben mehr als 3.300 Nichtraucher in Deutschland an den Folgen des Passivrauchens. Das ist das alarmierende Ergebnis einer neuen Studie von Wissenschaftlern aus Heidelberg und Münster. "Tabakrauch in Innenräumen ist keine Belästigung, sondern eine Gesundheitsgefährdung mit Todesfolgen", erklärte das Deutsche Krebsforschungszentrum am Mittwoch. Bundesweit werden demnach rund 43 Millionen Nichtraucher zu Hause, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit mit Tabak-Schadstoffen belastet.

Besonders betroffen sind nach Angaben der Mediziner die mehr als acht Millionen Jungen und Mädchen unter 18 Jahren, die in einem Haushalt mit mindestens einem Raucher leben. Zudem müssten jährlich gut 170.000 Kinder schon im Mutterleib die Schadstoffe ertragen. Zu diesen giftigen Substanzen im Passivrauch gehören nach Angaben von Studienleiterin Martina Pötschke-Langer Blausäure, Ammoniak und Kohlenmonoxid sowie eine Vielzahl Krebs erregender Stoffe wie Arsen, Cadmium, Chrom, Benzol, Vinylchlorid und N-Nitrosamine.

Für all diese Schadstoffe lassen sich laut Pötschke-Langer keine Schwellenwerte feststellen, unterhalb derer eine Gesundheitsgefährdung nicht zu erwarten wäre: "Auch kleinste Belastungen können zur Entwicklung von Tumoren beitragen." Generell reize Passivrauch akut die Atemwege und könne zu Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung, erhöhter Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen und Schwindel führen. Diese Symptome seien bereits bei kurzzeitiger Belastung möglich.

Schlimmer aber sind die chronischen Krankheiten mit Todesfolge, die der Passivrauch auslösen kann. Nach Berechnungen der Wissenschaftler sterben jährlich rund 2.140 Nichtraucher an einer von den Schadstoffen verursachten Erkrankung der Herzkranzgefäße. Hinzu kommen demnach jedes Jahr rund 770 tödliche Schlaganfälle, 50 Todesfälle als Folge der so genannten chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie 260 Lungenkrebstote. Schließlich sterben der Studie zufolge im gleichen Zeitraum etwa 60 Säuglinge, weil sie im Haushalt oder schon vor der Geburt im Mutterleib den Schadstoffen ausgesetzt waren.


Diese Zahlen belegten, dass die Situation von Nichtrauchern in Deutschland nicht akzeptabel sei, betonten die an der Studie beteiligten Wissenschaftler des Krebsforschungszentrums sowie der Universitäten Heidelberg und Münster. Sie riefen dazu auf, ein Bundesgesetz zum umfassenden Nichtraucherschutz in öffentlichen Räumen zu erlassen, das auch die Gastronomie erfasse. Auch eine Infokampagne könne dazu beitragen, die Zahl der Passivrauchopfer zu verringern. "Deutschland muss handeln", betonten die Mediziner

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