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Geschrieben von fusel am 01.09.2005, 22:16 Uhrzurück

A-Ha

Hi,

ich hoffe das wird diesmal eine kurze Antwort.
Also Schwoba - du widersprichst dir doch selbst (o:
Du sagst es gab Überschwemmungen bei euch, bevor ein Rückhaltebecken gebaut wurde.
Du sagst, Sachsen hätte aus der Flut 2002 gelernt und die Alpenregion dieses Jahr.
Du sagst Platzek wurde wiedergewählt, weil er nach der Oderflut in den Hochwasserschutz investierte.
Du sagst es indirekt doch selbst: Das sind alles Verbesserungen, Lerneffekte, Investionen, die sich erst NACH den Hochwasserkatastrophen ereigneten.
Poff!

Und da erwartest du von Bush, den Südstaatlern oder den Amerikanern allgemein, das sie hätten anders, klüger, schneller handeln sollen als die Behörden in deiner Region, die Sachsen, die Allgäuer, Platzek? Das sie vorher hätten was tun sollen?
Glaubst du die Amis sind klüger?
Na, siehste, hätte mich auch gewundert (o:

Was ich dir in meinen ersten, nein, zweiten Beitrag versucht habe zu verdeutlichen ist, das die psychologischen Denkprozesse der Opfer, die Wirtschaftlichkeitsrechnungen der Regierenden GLEICH sind. Ganz egal ob es Sachsen, Allgäuer, Amerikaner oder Deutsche sind. Sie haben alle Arme, Beine und einen Kopf in dem mehr oder weniger Hirn zu finden ist.
Die Situation in den Staaten ist insofern eine andere weil sie schlimmer ist: das Hochwasser ist die Deko, der Hurrikan war vorher. Und ich habe noch am Montag bei SpiegelOnline gelesen, das die Situation ja doch nicht ganz so schlimm ist, wie anfangs vermutet wurde. Erst jetzt kommen die Bilder die zeigen: es wird noch schlimmer.

Deshalb und als Fazit denke ich das du mit zweierlei Maß mißt, Schwoba.

Auch die Hochwasserkatastrophen hier in der BRD waren voraussehbar. Die Umweltverbände haben seit Jahrzehnten vor der Begradigung und Kanalisierung der deutschen Groß-Flüsse zur Förderung der Schiffahrt gewarnt, der Bebauung natürlicher Überschwemmungsgebiete um Wohnraum zu schaffen, der notwendigen Erhöhung der Deiche, durch die globale Erwärmung.

Und es ist TROTZDEM nichts passiert, bevor ETWAS passiert ist. - Ich schreie jetzt nicht, ich betone nur, okay? Hier im Forum geht leider keine Fettschrift.

Dieser Gedankengang ist einfach falsch. Diese Messung in zwei Maßstäben die auch Trittin zu unpassender Stunde anheim gefallen ist, rechtfertigt nicht die Kritik in Sachen Umweltpolitik in einer Situation wo Tausende elendig gestorben, Millionen obdachlos, von Seuchen, Hunger und bewaffneten Plünderen bedroht sind und Städte einfach ausgelöscht wurden. New Orleans mag nicht die kulturhistorische Bedeutung von Rom oder Paris haben, das schafft keine US-Stadt, weil es dazu einfach am Alter fehlt. Aber diese Stadt war auf ihre Art einzigartig. Und ich persönlich bedauere es sehr, es nie geschafft zu haben dort mal hinzufahren.

Die Sprüche von Trittin sind meiner Meinung nach intellektuell verbrämte Stammtischparolen, die reichlich unpassend sind.
Und ich denke mir immer, das man selbst nie den Besen aus der Hand geben sollte, um vor der eigenen Tür zu fegen bevor man an anderen rummäkelt.
Natürlich ist Bush ein Eierkopp.
Aber Trittin eben auch, wenn auch in kleineren Maßstab, mit mehr Bildung und Fremdwörtern. Die praktische Durchführung des Dosenpfands? - ein Desaster. Das Gießkannenprinzip in der erneuerbaren Energie? - Verteuerung für alle, Unwirtschaftlichkeit, kurz: Dämlichkeit.
Mit diesen Procedere hat er der umweltschonenden Energiewirtschaft mehr geschadet als genutzt.

Denn was ist wirtschaflicher? Fünf Spargel die wirklich zu 90% ihre kwh liefern, oder die fünf plus den 500 die nur 40% liefern können? Die Fixkosten sind dieselben, aber die Produktionskosten pro kWh steigen in die Höhe. Das kann kein normaler Verbraucher mehr bezahlen. Ich trage dem mit 60,- € mehr im Jahr bei. Das Geld hätte regional passend verteilt werden sollen, da wo sich die jeweiligen Energiegewinnungsmöglichkeiten am besten nutzen lassen. Ich brauch kein Solar in dunklen Waldgebieten, ich brauche keine Windkraftanlagen wenn es dort nicht tüchtig weht.
Ich könnte in einer Kaffeepackung mit Vakuum ein Windrad reinstellen - Trittin würde mir das Geld geben.

In gewisser Weise ist Trittin also genauso verblendet, wenn nicht verblödet, wie Bush mit seinem konservativen Standpunkten.
... war doch fast kurz.

Und @Jovi: Gut möglich das Bushman die Farbigen in NewOrleans und der Umgebung egal sind. Aber es gibt dort unten eben nicht nur schwarze Menschen, sondern auch das schwarze Gold, das die Wirtschaft am laufen hält und das ist ihm mit Sicherheit nicht gleichgültig gewesen.
Die Plattformen auf hoher See kann man bestimmt nicht sichern. Aber der Verlust der Raffinerien die jetzt fehlen und damit den Ölpreis nach oben jagen - die tun auch den öligen Bush und seiner ohnehin schon ramponierten Reputation weh. 25% bis 30% des Gesamtesbedarfes der USA kommen aus den Golf. Das er da nicht die entsprechenden Maßnahmen ergriffen hat - dafür wird er sich noch eine Menge Prügel abholen können.
...Ich höre gerade auf n24 das den Amerikanern geraten wird, keine Fahrten zu unternehmen die nicht unbedingt nötig sind. Da kann man gut sehen, wie eng die Situation ist.
Absolut unvorstellbar.
Und -nunja- wenn Bush per Hautfarbe mit zweierlei Maßstab mißt, so tun es Teile der Regierung und der Bevölkerung eben auch wenn es um Amerikaner geht.
Soviel Spaß macht es in ein paar Jahren bei den Indern oder Chinesen nicht. Keine Ahnung woran es liegt. Wenn Schrödi vor der chinesischen Regierung aus wirtschaftlichen Interessen kratzfüßelt, sagt niemand was Schlechtes, so wie bei Merkel. Trotz der Umweltverschmutzung und der Menschenrechtsverletzungen.
...Also, irgendwie ist er dann eben doch ein Tampon wenn auch mehr in östlicher Richtung. Fällt nur kaum jemand auf.

Mit Platz des Himmlischen Friedens Grüßen,

fusel

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