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Geschrieben von Elisabeth mit Fumi & Temi am 27.01.2006, 10:28 Uhrzurück

@ saulute

Ich habe (noch *grins*) nicht alles durchgelesen, aber ich möchte zum Prinzip "Zweisprachige Erziehung" ein paar Anmerkungen machen.

Zum einen: OPOL ist nicht das einzige anerkannte Prinzip in der zweisprachigen Erziehung. Es gibt auch das Konzept der Umgebungssprache/Familiensprache. Dazu ist es allerdings nötig, daß sich das Kind jeden Tag für mehrere Stunden in der Umgebungssprache aufhält, daher ist es eher für größere Kinder geeignet.

Das OPOL-Prinzip geht aber auch davon aus, daß BEIDE Sprachen dem Kind weitgehend gleichwertig beigebracht werden. Wenn Dein Kind die einzigen deutschen Sätze aus der Krabbelgruppe kennt: Was spricht Dein Mann mit dem Kind? Um das OPOL-Prinzip wirklich "nach Lehrbuch" durchzuziehen, müßte er sich jeden Tag über einen nennenswerten Zeitraum auf Deutsch mit dem Kind beschäftigen: Deutsche Bücher vorlesen, Spiele spielen etc. Wenn er das nicht tut sondern bei jeder Beschäftigung mit dem Kind Dich als Übersetzer braucht, dann ist das kein OPOL.

Ich persönlich finde OPOL auch wesentlich sinnvoller, wenn beide Elternteile im Grunde beide Sprachen sprechen oder es zumindest lernen.

Ich habe mit meinem Mann ja OPOL praktiziert. Es war schwer, weil die Kinder sehr früh ganztags betreut waren und daher praktisch von morgens bis abends nur Deutsch gehört haben. Zusätzlich erschwert wurde es, als wir die "Familiensprache" von Englisch auf Deutsch geändert haben (um meinem Mann das Erlernen der deutschen Sprache zu erleichtern). Nun ist ja sozusagen auch noch ein Parent und damit eine Language abhanden gekommen, was ich sehr schade finde. Ich bemühe mich, mit den Kindern trotzdem Englisch zu üben, indem ich ihnen englische Bücher vorlese, ihnen englische Videos zeige und auch selber hin und wieder Englisch mit ihnen rede. Ich denke schon, daß das dem OPOL-Prinzip nicht grundsätzlich schadet. Wie ich oben schon schrieb: Deutsch ist als meine Muttersprache definitiv meine "emotionale" Sprache. Aber ich finde es wichtig für die Kinder, daß sie sehen, daß Englisch nicht nur "Papas" Sprache ist.

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