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Geschrieben von JoVi66 am 03.07.2003, 14:43 Uhrzurück

Re: @ sasu und alle....

Humanitäre Zwecke im Irak, ein gelungenes Wort *ggg*. Sehe ich genauso ironisch wie du.
Und irgendwie kann ich dein Argument "frühzeitig" (obwohl es in Liberia auch nicht mehr ganz so frühzeitig wäre), einzugreifen gut unterstützen. Wenn man sich vorstellt, dass in Liberia (wie natürlich an so vielen Orten ) momentan wieder der Terz tobt, die UNO sich in all den Jahren anscheinend als unfähig erwiesen hat irgend etwas zu ändern, und dieses Fleckchen förmlich nach den USA schreit, wundere ich mich in der Tat wieso sie hier nicht nur nicht eingreifen, sondern sogar ihre Hilfe zurückgezogen haben? Bodenschätze hätte das Land auch noch anzubieten, also könnte man es auch noch prima ausbeuten, aber hierfür ( Liberia) interessieren sich die Vereinigten Staaten ( oder soll ich sagen Bush?) wider mal nicht. Kein Öl?


Zitat:......"Die Führungscliquen des Landes bereicherten sich hemmungslos, unterdrückten brutal jegliche Opposition und stürzten das Land in ein soziales und politisches Chaos. Die USA strichen 1988 ihre Wirtschafts- und Militärhilfe, der IWF verweigerte weitere Gelder. Stammeskonflikte sorgten für ständige politische Unruhen und einzelne Regionen fühlten sich stark benachteiligt und diskriminiert. Die Auseinandersetzungen um die Vormachtstellung im Land führte zu verstärkter Polarisierung der Bevölkerung. Die Zugehörigkeit zu bestimmten Bevölkerungsgruppen, wurde zu einem herausragenden Faktor der liberianischen Politik. Zunehmend wurden ethnische Konflikte von herrschenden Cliquen bewusst angeheizt, um den Hass für ihr persönliches Machtstreben zu nutzen. Es ging weniger um ideologisch-politische Auseinandersetzungen als um Macht, Reichtum und Einfluss im rohstoffreichen Liberia.

Die wirtschaftliche und politische Krise führte 1989 zum Ausbruch eines gnadenlosen Bürgerkriegs. Sieben Kriegsparteien, die sich in weitere Untergruppen spalteten, fochten einen erbarmungslosen Kampf um die Vormachtstellung im Land. Liberia versank in Anarchie. Die beiden größten Bürgerkriegsparteien, die "National Patriotic Front of Liberia"(NPFL) und der "United Liberation Movement for Democracy in Liberia" (ULIMO) kontrollierten weite Gebiete Liberias. Die Kämpfe wurden mit unvorstellbarer Brutalität ausgetragen und rissen das ganze Land in einen Strudel der Gewalt. Mit zunehmender Zersplitterung der Kriegsparteien entstanden immer neue Einflussgebiete einzelner "Warlords". Die Zivilbevölkerung war Opfer ihrer Willkür und Grausamkeit. Unter dem Vorwand, einer feindlichen Partei anzugehören, wurden ganze Dörfer niedergemetzelt.
Jede Bürgerkriegspartei rekrutierte Kindersoldaten. Bis heute weiß niemand genau, wie viele Kinder in die Bürgerkriegsgemetzel geschickt wurden, man schätzt, dass es an die 6000 waren.Etwa 80% der Bevölkerung wurden während des Krieges von ihren Häusern und ihrem Land vertrieben. Wer konnte, flüchtete ins Ausland. 750 000 Menschen suchten in den Nachbarstaaten Guinea, Côte d‘Ivoire, Ghana, Nigeria und Sierra Leone Schutz, um dem Gemetzel zu entkommen. Schätzungen ergaben, dass bis zu 200 000 Menschen(!!!!!!!!) im Bürgerkrieg getötet wurden. Der Krieg zerstörte die Infrastruktur Liberias. Die Wirtschaft des Landes stand still. Nichts wurde mehr produziert, Ex- und Import wurden unmöglich. Fehlende Ernteerträge führten zu Hungersnöten. Krankheiten breiteten sich aus.

Nachdem mehrere Friedensabkommen gescheitert waren, einigten sich die Kriegsparteien im August 1995 unter dem Druck der UNO auf die Unterzeichnung eines Friedensvertrages. Auch nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs brachen immer wieder Kämpfe rivalisierender Gruppen aus, denen die Bevölkerung hilflos ausgesetzt war. Marodierende Banden tyrannisierten die Menschen und durchstreiften mordend und plündernd die Straßen. Der einstige Warlord der NPLF, Charles Taylor, wurde 1997 zum Präsidenten der Republik Liberia ernannt. Liberias Bodenschätze, Gold, Diamanten und Edelhölzer zogen ausländische Investoren nach dem offiziellen Ende der Unruhen an und Taylor präsentiert sich ihnen als ehrenwerter Staatsmann und attraktiver Handelspartner. Die innerstaatliche Anarchie, die Liberia auch nach Kriegsende beherrschte und die Vergangenheit Taylors als brutaler Warlord, schien dabei nicht zu stören. Hinter der Fassade einer "demokratisch gewählten" Regierung haben die ehemaligen Rebellenführer ein Terrorsystem aufgebaut, das nur am Ausbau der eigenen Macht interessiert ist und sich um die Nöte und Bedürfnisse der Bevölkerung überhaupt nicht kümmert. Oppositionelle werden erbarmungslos verfolgt, Journalisten, die Missstände anprangern, verschleppt(!!!!!!!!!!!!!!). Die Gewalt auf den Straßen ist alltäglich und ein Menschenleben zählt bis heute nicht viel. Der wirtschaftliche Wiederaufbau geht kaum voran, Korruption bestimmt das Tagesgeschehen und ein großer Teil der Bevölkerung lebt nach wie vor unter dem offiziellen Existenzminimum."...........(Zitatende)

Tja, was soll man dazu sagen: keine der bisher involvierten Regierungen hat es auch nur irgendwie für nötig erachtet den Menschen zu helfen. Klar, im Irak sind unter dem Saddam-Regime zig tausende umgekommen, aber kümmert sich offiziell einer um die 200 000 ermordeten Menschen in Liberia? Wo ist unsere Weltpolizei?. Auch ich bin langsam für ein härteres Durchgreifen als die UN es praktiziert, aber unser selbsternannter "Chef" USA kümmert sich ja auch nicht darum, und da wären sie sogar ( im Gegensatz zum Irak!!) darum gebeten!
Ciao JoVi

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