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Geschrieben von fiammetta am 03.12.2005, 19:38 Uhrzurück

Re: @ Tajomi1971

Hi,

richtig, auch Schäferhunde sind keine Lämmer und es ist auch richtig, daß zuerst der Halter die Gefahr darstellt. Und genau das ist der Punkt. Du gehörst zur vernünftigen Sorte der Hundebesitzer und nimmst Rücksicht auf die Ängste und die Unversehrtheit der Allgemeinheit. Die Erfahrung zeigt aber, daß das für die meisten nicht gilt. Und solange diese nicht fähig sind, mit einem potentiell gefährlichen Tier umzugehen, muß man die Allgemeinheit eben dadurch schützen, daß die Gesetze entsprechend verschärft werden. Es kann doch nicht sein, daß das potentielle Opfer sich auch noch dafür rechtfertigen muß, daß es eben keine Lust darauf hat zerfleischt und auf Lebenszeit grausam entstellt zu werden!

Mit Maulkorb- und Leinenzwang meine ich übrigens auch die in der Presse seltener genannten Hunderassen. Mir ist klar, daß ein Langhaardackel nicht zwingend posierlich ist, sondern genauso austicken kann.

Was die Statistiken angeht habe ich den Eindruck, daß hier mitunter Äpfel mit Birnen verglichen werden, abhängig davon, zu welcher Lobby man halt gerade gehört. Soll heißen, daß natürlich weniger Kampfhunde zubeißen, was insofern erklärlich ist, daß es insgesamt weniger davon gibt. Wenn ich jetzt die Zahlen manipuliert auswerten, dann komme ich schnell auf wenige und damit in der Masse gute Pitbulls (z.B.), aber zu vielen und damit in der Masse bösen Yorkshire-Terriern. Verstehst Du, was ich meine? Nur daß mir der Miniterrier bestenfalls bis zur Wade hochspringen kann, das Kraftpaket Kampfhund sich damit jedoch nicht zufrieden geben wird.

Außerdem frage ich mich, wo überprüft wird, ob auch der vernünftigste Hundehalter körperlich dazu in der Lage ist, sein Tier im Extremfall zurückzureißen und zu bändigen. Ich habe da meine gewaltigen Zweifeln, denn wenn mein Sohnemann mit knapp drei Jahren seine 5-Minuten hat, dann habe ich ernsthafte Schwierigkeiten, ihn z.B. auf dem Arm zu behalten, damit er sich nicht verletzt. Was ist dann bei einem durchtrainierten Tier, das gerade durchdreht?

Bleiben wir bei den Vergleichen: Wenn ich mir keinen Revolver anschaffe, dann kann ich niemanden erschießen. Dies gilt auch für Tiere. Ich bleibe also dabei, für wesentlich härtere Strafen für Tierhalter - meinetwegen auch aller Art - im Schadensfalle zu plädieren, die genau wissen, daß ihre Tierliebe anderen zum grauenvollen Verhängnis werden können. Der Witz ist ja obendrein noch der, daß eventuelle Schmerzensgeldzahlungen entweder unverhältnis niedrig in Deutschland sind und damit bezahlbar oder man entledigt sich der Zahlungen durch einen Offenbarungseid. Zahlung erledigt, Fall abgeschlossen, Gewissen wieder rein. Das Opfer muß aber mit seinen Ängsten, zerstörten Träumen, reduzierten Berufschancen, sozialen Möglichkeiten und Kosten für immer neue Operationen leben.

Ich bin übrigens mit fünf Jahren vom Boxer ("Ein ganz liebes Tier!"...) meiner Großmutter angefallen worden und trug jahrelang eine Narbe zwischen Oberlippe und Nase. Nicht allzu groß und auch inzwischen verwachsen, aber ohne Hund eben keine Narbe.

LG,

Fiammetta

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