Das Baby
Das Raumangebot wird langsam kleiner. Konnte das
Baby bisher in alle Richtungen munter herumturnen, kann es sich nun bald nur noch
seitwärts bewegen. Deshalb entscheiden sich die meisten der Babys in diesem Monat für
eine Lage, die sie bis zur Entbindung einnehmen werden. 95% bevorzugen die Position mit
dem Kopf nach unten. Allerdings bleiben sie in dieser Lage nicht still liegen - ganz im
Gegenteil. Der Bewegungsdrang des Babys ist ungebrochen und manchmal "tobt" es
noch ganz schön herum. Meistens gerade dann, wenn Mami mal zur Ruhe kommen möchte und
sich nach ein wenig Schlaf sehnt.
Aber die Ruhephasen des Babys haben nun einmal
noch garnichts gemeinsam mit denen der Mutter. Obwohl das Kind schon hell und dunkel
unterscheiden kann, hat es von einem Rhythmus, bei dem sich "Tag" und
"Nacht" abwechseln, noch keine Ahnung. Nehmen Sie's gelassen und soweit es geht,
mit Humor - diese Tatsache wird Sie wohl auch nach der Entbindung noch so manche Mütze
Schlaf kosten.
Am Ende dieses Monats wird Ihr Kind rund 3000 g wiegen und eine
Scheitel-Steiß-Länge von etwa 35 cm haben.
Körper und Seele
Indem das Baby nun langsam etwas
tiefer ins Becken rutscht, lässt der Druck auf die oberen Organe nach und es atmet sich
wieder ein wenig leichter - wenn sich auch der Magen noch nicht gleich wieder an größere
Speisen gewöhnen will. Diese Erleichterung, besser atmen zu können, ist mehr als
willkommen. Schließlich pumpt das Herz inzwischen fast 40% mehr als die normale Menge
Blut durch den Körper - und dazu braucht es vor allem Sauerstoff. Wenn Sie sich in diesen
Wochen auf die Waage stellen, werden Sie auf der Anzeige etwa neun zusätzliche Kilos
finden.
Und so setzt sich das Gewicht
zusammen, das Sie bis zur Entbindung insgesamt "zulegen" werden:
| Baby |
3400 - 3600 g |
| Gebärmutter |
900 - 1000 g |
| Fruchtwasser |
etwa 1000 g |
| Plazenta |
500 - 600 g |
| Brust |
600 - 800 g |
| neu gebildete Blutmenge |
1700 - 1800 g |
| eingelagertes Wasser |
mindestens 2000 g |
| Speicherfett |
1500 -1800 g |
| |
|
Wohl mit das größte Problem in
dieser Zeit sind die Nächte. Es gibt wohl kaum eine Frau, die nun noch eine ganze Nacht
lang durchschlafen kann. Was man auch versucht - es ist kaum noch eine bequeme Position zu
finden. Man rennt - nein, man schleicht nachts herum, versucht sich abzulenken, im
Bücherregal ein gutes Buch wiederzuentdecken, beim Fernsehen zu stricken oder in der
Küche ein Rätsel zu lösen. Nur raus aus dem Grübeln möchte man, das einem so an die
Nerven gehen kann, wenn man sich schlaflos herumwälzt. Bei Sonnenaufgang fällt man dann
in einen Tiefschlaf, aus dem man irgendwann am Vormittag wie gerädert erwacht. Unter der
Dusche kann man anschließend seine Füße nicht mehr sehen und den Rest des Tages wird
man ständig irgendwo anstoßen - seufz - Geduld, Sie haben es bald geschafft !
Wie fühlen Sie sich im
Mutterschutz (soweit Sie berufstätig waren) ? Vermissen Sie den Beruf ? Was werden Sie
nach der Geburt machen ? Nach einer gewissen Zeit wieder arbeiten gehen ? Wie immer Sie
sich auch entscheiden werden - machen Sie sich auf all´ die dummen Sprüche gefasst, die
Sie hören werden. "Was ..." wird man sagen, "... schon wieder ins Büro ?
Die Mutter gehört zu ihrem Kind !" Der Vorwurf, eine Rabenmutter zu werden oder
zugunsten der Karriere das Kind vernachlässigen zu wollen, wird unterschwellig gleich
mitgeliefert. Auf die Idee, dass Sie nicht karrieresüchtig sind und Ihnen die Arbeit
bisher einfach nur Spaß gemacht hat, kommt keiner.
Wenn Sie nicht mehr arbeiten
wollen, werden Sie hören: "Du ? Als Heimchen am Herd ??? Kann ich mir überhaupt
nicht vorstellen !" Aber - warum eigentlich nicht ? Was ist denn schlecht daran, wenn
das Baby nun in den Mittelpunkt Ihres Lebens rückt ? Wenn Ihnen sein Wohl einfach
wichtiger ist als der Kontakt zu guten Freundinnen am Arbeitsplatz ? Wenn es Freundinnen
waren, wird der Kontakt auch weiterhin bestehen - ansonsten pfeifen Sie drauf.
Ernährung
Nach der Entbindung wird das
Baby noch im Kreißsaal mit Vitamin K geimpft. Der Körper benötigt dieses Vitamin, um
Prothrombin zu bilden, das wiederum äußeren und inneren Blutungen vorbeugt. Wenn Sie
sich abwechslungsreich und vollwertig ernähren, bekommt Ihr Baby in der Zeit bis zur
Entbindung genügend Vitamin K von Ihnen. Gelegentlich können Sie die Zufuhr erhöhen,
indem Sie Sauerkraut mit auf den Speiseplan setzen - Sauerkraut liefert besonders viel
Vitamin K.
Überhaupt ist Sauerkraut eines der gesündesten Lebensmittel.
Neben einem reichen Gehalt an Vitaminen (A, B, C, D, E) birgt es viel Milchsäure.
Monsieur Pasteur, der berühmte französische Bakteriologe, war ein großer Freund des
Sauerkrauts und erklärte es nachdrücklich für das gesündeste und nützlichste Gemüse
- vor allem im rohen Zustand.
Leiden Sie noch manchmal unter Darmträgheit ? Versuchen Sie es mal mit 2-3 Esslöffeln
rohes Sauerkraut vor den Mahlzeiten - oder 3mal am Tag 1-2 Esslöffel Sauerkrautbrühe.
Bei der Ärztin/ beim Arzt
Am wichtigsten ist jetzt die
regelmäßige Kontrolle, inwieweit die Versorgung des Babys sichergestellt ist. Mit seinem
Wachstum benötigt das Kind mehr und mehr Nährstoffe - dazu kommt, dass es gerade in
dieser Phase die Antikörper aus dem Blut der Mutter bekommt, die es in den ersten Monaten
vor solchen Infekten wie Grippe, Masern, Scharlach, Mumps und Windpocken schützen sollen.
Dies alles geschieht über die Plazenta, die sich vor Arbeit nicht retten kann. Ihre
Funktion wird mittels Ultraschall geprüft, indem der Blutstrom in ihr und in der
Nabelschnur gemessen wird. Natürlich wird die Ärztin oder der Arzt auch die gesunde
Entwicklung des Babys weiter im Auge behalten - bei gewissen organischen Störungen ist es
heute schon möglich, das Baby noch im Mutterleib zu behandeln.
Während dieser
Ultraschalluntersuchung, der sogenannten Doppler-Sonographie wird auch klar, wie das Baby
liegt - ob es mit dem Kopf nach unten liegt, oder mit dem Po nach unten, also eine
"Steiß- oder Beckenendlage" einnimmt. In nur 0,5% der Fälle liegt das Baby
quer. Die Ärztin oder der Arzt wird bei den kommenden Untersuchungen abzuschätzen
versuchen, ob es sich um eine endgültige Lage handelt, oder ob das Baby noch genügend
Raum zur Verfügung hat, seine Position zu verändern. In der Regel besteht bis zur
37./38. Woche die Möglichkeit, dass es sich von einer Steißlage doch noch in eine
Kopflage bewegt, die bei der Geburt unkomplizierter ist.
Mehr über Kindslagen.
© 2003-2010 USMedia |