Das Baby
In der 29. Woche wiegt es etwa 1400 g. Käme es
jetzt auf die Welt, hätte es mit Hilfe der heutigen Medizin bereits eine Chance, zu
überleben. Allerdings ohne eine Garantie, denn die Lungen sind noch nicht fertig
ausgebildet und auch ein Immunsystem, das den kleinen Organismus ausreichend schützen
könnte, ist noch nicht vorhanden. Bis zur Geburt wird es weiter Abwehrstoffe aus dem Blut
der Mutter beziehen, um ein eigenes Abwehrsystem aufzubauen.
Oft ist Ende dieses Monats die Lanugo-Behaarung
schon wieder verschwunden - dafür sprießen die Haare auf dem Kopf umso mehr. Das Baby
hat jetzt ein feineres Empfinden für Geborgenheit und Ruhe - schätzt beides mehr als
zuvor und ist nicht mehr ganz so lebendig. Es macht jetzt immer öfter Atembewegungen,
lutscht dabei am Daumen, trainiert eifrig Saugen und Schlucken. Wussten Sie, dass nur etwa
5% der Babys am linken Daumen lutschen ? 95% bevorzugen den Rechten. Warum das so ist,
bereitet der Wissenschaft noch immer schlaflose Nächte ...
Im Gehirn wird jetzt das Gedächtnis angelegt.
Körper und Seele
Man kommt jetzt schon wesentlich schneller aus
der Puste als sonst. Da das Baby nun zunehmend von unten gegen das Zwerchfell drückt,
werden vor allem Magen und Herz ein Stück weit nach oben verschoben. Der Magen scheint
kleiner zu werden und nimmt sich mehr Zeit für seine Arbeit als sonst. Helfen Sie ihm ein wenig, indem Sie mehrere kleine,
abwechslungsreiche Mahlzeiten über den Tag hinweg verteilen - als Dank werden Sie dieses
Stechen unter den Rippen seltener spüren.
Das Herz schlägt schneller, um die zusätzlichen, inzwischen
knapp eineinhalb Liter Blut in Bewegung zu halten. Der weiter wachsende Bauch kann jetzt
gelegentlich schon einmal für Sekunden hart werden, was ein Zeichen dafür ist, dass die
Gebärmutter für die Stunde X intensiver zu trainieren beginnt. Das Gewicht spüren Sie
nun immer öfter in den Beinen - vor allem bei langem Stehen. Wer zu Krampfadern neigt,
sollte so oft wie möglich die Beine hochlegen. Durch die hormonelle Umstellung wurden die
Venen im Körper generell etwas "weiter eingestellt". Der höhere Druck des
Blutes in den Beinen bringt nun die Gefahr mit sich, dass die Venen dort an der einen oder
anderen Stelle besonders nachgeben.
TIPP: Kaltes Wasser kann die Venen
verengen und damit den Rückfluss des Blutes erleichtern. Ein prima Mittel sind kalt-warme
(nicht heiße) Wechselduschen an den Waden, die immer mit einer kalten
Dusche enden sollten. Das stärkt nebenbei den Kreislauf und wirkt Wadenkrämpfen
entgegen. So können Sie den Venen
ebenfalls helfen.
Häufig macht die Verdauung im letzten Drittel
der Schwangerschaft zu schaffen. Der erhöhte Gelbkörperhormonspiegel entzieht der
Darmwand etwas Spannung, wodurch alles ein wenig langsamer voran geht - helfen Sie dem
Darm mit Ballaststoffen auf die Sprünge.
TIPP: Zwei Hausmittel, die nicht
schlecht sind: ein Glas lauwarmes Wasser am Morgen oder über Nacht eingeweichte
Backpflaumen.
Abführmittel sind tabu, da sie vorzeitige Wehen auslösen können.
Überhaupt fühlt man sich nicht
mehr recht wohl in seiner Haut - die Beweglichkeit lässt mehr und mehr nach, vieles passt
nicht mehr - überall kneift und drückt irgendetwas. Dazu kommen die Gedanken an die
nahende Geburt. Langsam aber sicher wird es spannend - und der Kopf manchmal schwer von
der Sorge, ob alles gut gehen wird. Lenken Sie sich ab, wo immer Sie können - vielleicht
fangen Sie schon einmal an, die Wohnung für das Baby einzurichten, was manchen schönen,
entspannenden Einkaufsbummel mit längeren Verschnaufpausen in gemütlichen Cafés
erfordert. Und noch mal der Tipp: nehmen Sie sich dazu eine Freundin mit und reden sich
alles von der Seele.
Apropos Seele. Gehören Sie auch zu den Frauen, die jetzt viel träumen ? Hauptsächlich
Träume von der Geburt - und nicht nur schöne ? Gut so. "Was ?" werden Sie
sagen "... gut ?" Ja - gut, denn es ist längst erwiesen, dass Träume der
Psyche auch zum Abbau von Ängsten dienen, die sich tagsüber angesammelt haben. Und mal
ehrlich - denken Sie nicht manchmal tagsüber daran, wie Sie mit der Geburt wohl
fertig werden ? Die Seele macht sich deshalb nachts auf ihre Weise ein bisschen Luft - und
tatsächlich sind Frauen, die viel träumen, nachher bei der Geburt überraschend
entspannt.
Ernährung
Ballaststoffe sind jetzt
wichtig. Wenn Sie bisher nicht so darauf geachtet haben, tun Sie es von nun an - Sie
können der Darmträgheit und dem unangenehmen, zusätzlichen Völlegefühl dadurch
vorbeugen. Ballaststoffe sind unverdauliche Füll- und Quellstoffe, die die Darmbewegung
anregen und die Darmflora positiv beeinflussen. Zu finden sind sie vor allem in
Vollkornprodukten, Obst und Gemüse. Essen Sie viel Müsli aus Getreideflocken, dazu
häufig Gemüse, Obst und Salat.
TIPP: Schenken Sie der Gesamt-Kalorienmenge Ihres Speiseplans von
nun an noch einmal besondere Aufmerksamkeit - weil das Baby in dieser Zeit sein Fettgewebe
anlegt, kann es dicker werden, als es soll, wenn Sie jetzt zuviel essen.
Bei der Ärztin/ beim Arzt
Sicher wird sie/er sich bei
Ihnen erkundigen, ob Sie Anzeichen bemerkt haben, die auf eine mögliche Frühgeburt
hindeuten können. Das sind vor allem vorzeitige Wehen mit starkem Ziehen im Kreuz,
Blutungen und Verlust von Fruchtwasser.
Bei einer weiteren Ultraschalluntersuchung - die dritte sollte etwa Mitte dieses Monats
erfolgen - wird u.a. der Sitz der Plazenta geprüft, die in seltenen Fällen so liegen
kann, dass sie dem Baby den natürlichen Weg "auf die Welt" versperrt. Um die
Gangbarkeit dieses Weges zu prüfen, werden auch Kopfumfang des Babys und die Weite des
Beckens gemessen.
Hat es bisher ausgereicht, die Ärztin oder den Arzt alle vier Wochen einmal aufzusuchen,
so sollten Sie die Vorsorgeuntersuchungen ab dem Ende dieses Monats alle 10, spätestens
aber alle 14 Tage vornehmen lassen.
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