Das Baby
Es gähnt, streckt und reckt
sich, wird in seinen Bewegungen einem "fertigen" Baby immer ähnlicher. Die
Augen kann es jetzt öffnen, nach oben, unten, links und rechts sehen. In dieser Zeit
beginnt das Baby, eine Fettschicht anzulegen, die es später vor der Kälte
"draußen" schützen soll.
Seine Länge beträgt jetzt 30 - 35 cm.
Neben der sichtbaren Entwicklung hat sich auch das akustische Wahrnehmungsvermögen weiter
ausgebildet - Babys in diesem Alter hören bereits den Herzschlag der Mutter und nehmen
einen immer größeren Anteil an ihrer Umwelt. Sie können Stimmen, Alltagsgeräusche und
Musik "mithören" - wenn auch durch das Fruchtwasser gedämpft - und darauf
reagieren. Überhaupt ist Musik sehr beliebt.
Die meisten Babys entwickeln einen klaren Hang
zur Klassik. Mozart und Vivaldi sind dabei die Renner. Ihrem Unmut gegenüber hartem Rock
oder Techno machen sie dagegen mit heftigem Strampeln Luft. Bildlich könnte man sagen, es
stehen ihnen die Haare zu Berge. Haare ? Doch, ja ... wenn auch noch nicht viele auf dem
Kopf, so haben sie in dieser Zeit einen sehr feinen, wolligen Flaum auf dem Rücken und
teilweise an Armen und Beinen. Diese "Lanugo-Behaarung" wird bis zur Geburt
jedoch wieder verschwunden sein.
Körper und Seele
Indem das Baby zunehmend Platz einnimmt, wird
der Bauch langsam aber sicher ausladender und die schon stark gespannte Haut erfordert
viel Pflege. Oft juckt sie, was besonders unangenehm ist, denn man darf ja nicht kratzen,
will sie ja nicht verletzen. Das Gewicht - inzwischen sind es sieben Kilo mehr - belastet
die Wirbelsäule zunehmend, was sich bei den meisten Frauen mit Kreuzschmerzen bemerkbar
macht. Dazu kommt ein weiterer Punkt:
Um dem Baby seinen späteren Weg durch das Becken zu erleichtern, trifft der Körper
einige Vorbereitungen. So werden die Fugen des Beckens und das es umgebende Bindegewebe
auf Anweisungen der Hormone, die die Plazenta dazu auf den Weg geschickt hat, allmählich
gelockert. Das hat für Sie den momentanen Nachteil, dass es durch das Gewicht zu einer
Vorderlastigkeit der Wirbelsäule, zu einem Hohlkreuz kommt.
TIPP: Schwimmen ! Denn Wasser hebt
Gewicht bekanntlich auf. Besonders die Rückenlage entlastet die zusammengedrückten
Bandscheiben, die im wahrsten Sinne des Wortes einmal wieder aufatmen können. Sie können
sich ausdehnen, wobei sie frische Nährstoffe aufnehmen. Wenn Sie keine gute Schwimmerin
sind, dann plantschen Sie eben ein wenig im
Nichtschwimmerbecken. Entlastend wirkt auch das auf jeden Fall.
Eine klassische Übung, die
ebenfalls Entlastung bringen kann:
Der Katzenbuckel. Gehen Sie dazu auf Knie und Hände. Dann ziehen Sie den
Rücken so weit nach oben, wie es geht, halten ihn dort ein paar Sekunden - und lassen ihn
langsam wieder herunter - und locker durchhängen. Beim Hochziehen einzuatmen und beim
Runterlassen auszuatmen unterstützt die Sache.
WICHTIG: Wenn Sie es bisher noch nicht getan haben, sollten Sie sich
jetzt in einem Kurs zur Vorbereitung auf die Geburt anmelden. In den meisten Kursen, die
von Kliniken, Mutterschulen, Krankengymnastinnen und Hebammen angeboten werden, dürfen
die Partner mitmachen. Meist trifft man sich einmal die Woche. Werdende Väter lernen hier
etwas über richtiges Verhalten bei der Geburt, und welche Unterstützung sie dabei
leisten können.
Machen Sie sich ruhig schon einmal Gedanken darüber, ob Sie bei der Geburt Ihren Partner,
einen Verwandten oder eine besonders gute Freundin bei sich haben möchten. Bedenken Sie
dabei aber zwei Fragen:
Haben Sie beide in etwa die gleichen Vorstellungen und Erwartungen
hinsichtlich des Ablaufs der Entbindung ? Wenn Sie Zweifel haben, sprechen Sie darüber,
wie Sie sich den Ablauf vorstellen. Es ist angenehmer für beide Teile, wenn die
begleitende Person in etwa weiß, wie sie sich verhalten soll - und ob sie dem gewachsen
ist. Die Freundin, von der Sie genau wissen, dass sie sofort das Heulen bekommt, wenn sie
einen anderen auch nur ein wenig leiden sieht, lassen Sie besser zu Hause.
Könnte mich seine/ihre Anwesenheit davon
abhalten, meinen Gefühlen bei der Geburt freien Lauf zu lassen ?
Ernährung
Wie wär`s mal wieder mit Fisch ? Vielleicht
Seelachsfilet gebraten mit Salzkartoffeln und Petersilie, Kopfsalat in saurer Sahne mit
Kräutern ? Oder Kabeljaufilet in Dillsauce, Salzkartoffeln und Feldsalat in
Joghurt-Dressing ? Läuft Ihnen dabei das Wasser im Mund zusammen ?
Wunderbar !
Mit beiden Gerichten reichen Sie nicht nur Ihrem Partner etwas Gesundes auf den Tisch,
sondern auch sich selbst und dem Baby eine schöne Portion an Fluor
und Phosphor nach.
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Phosphor ist wichtig für den
Knochenaufbau (Ihr Baby ist gerade jetzt sehr beschäftigt damit). Aber auch Sie selbst
brauchen es - 80% der in einem Erwachsenen vorhandenen Menge Phosphor beansprucht das
Skelett für sich.
Fluor fördert die
Zahnanlage des Babys und schützt auch Ihre Zähne, die durch den Kalziumabbau jetzt
anfälliger sind als sonst.
Besonders hoch ist der Gehalt in
Seefischen, die nebenbei noch reich an Jod sind.
Bei der Ärztin/ beim Arzt
Gegen Ende des Monats reicht die
Gebärmutter deutlich über den Nabel hinaus und lässt vermutlich dann und wann einen
besorgten Gedanken aufkommen, wenn sie sich mit einem Ziehen bei Ihnen bemerkbar macht.
Die Ärztin/der Arzt wird sie beruhigen und erklären, dass es sich um die ersten
Kontraktionen handelt. Bleiben diese leicht, sind sie ganz normal - werden sie aber schon
regelmäßig, ist das ein Grund für einen außerplanmäßigen Besuch in der Praxis.
Besondere Aufmerksamkeit wird sie/er ab nun auch dem Muttermund schenken, um eine Gefahr
der Frühgeburt erkennen zu können (etwa 7 % der Babys können es nicht abwarten und
kommen um ein paar Wochen zu früh). Geprüft wird seine Lage und ob er geschlossen ist.
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