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2 unter 2 - Elternforum 2 unter 2 - Elternforum
Geschrieben von manira am 03.09.2009, 23:17 Uhrzurück

Re: @Prinzessin

Hallo,
meine Große war 15 Mon als die Kleine kam. Wegen eines starken Reflux hat die Kleine mit ca 2 Mon angefangen das Trinken zu verweigern, sogar soweit dass sie mit fast 3 Mon wg Austrocknung im Krankenhaus war. Ab da hatte ich Streß pur, weil man sie zum Trinken überreden mußte, immer wieder probieren, anbieten, ablenken, dies und jenes, und meine Kleine war immer an der Grenze mit ihrem Wasserhaushalt. Wie oft kam ich vom Kinderarzt quasi mit der KH-Einweisung in der Tasche, falls sie in den 2 bis 3 nächsten Stunden nicht trinkt, dann ab ins KH. Das war total belastend, ich war fast dauerbeschäftigt mit dem Stillen/Trinken. Meine Große kam dabei eindeutig zu kurz, aber was hätte ich denn machen sollen? Wie oft saß die Große mittags alleine am Tisch mit nicht mal 1,5 Jahren, ich habe ihr den Teller hingestellt und mußte dabei die Kleine wieder mit viel Mühe zum Trinken bringen. Ich habe der Großen die Sitaution erklärt, auch wenn so klein war, und sie scheint es irgendwie verstanden zu haben. Am Anfang hat sie sich auch schwer getan, aber nach einer Weile hat sie es akzeptiert und selbst als ich mit der Kleinen einmal mitte in der Nacht ins KH mußte wg Austrocknung, da hat sie sich so groß verhalten und so klasse. Sie hat geheult, als sie in der Nacht wach wurde und mitbekommen hat, dass ich die Tasche packe und sie nicht mit darf. Ich habe sie trotz aller Eile ruhig in den Arm genommen, habe ihr erklärt, dass es ihrer Schwester nicht gut geht und dass sie deswegen ins KH muß. Was macht meine Große? Geht zu ihrer Schwester, wippt sie in der Babyschale, gibt ihr Küßchen, streichelt sie am Köpfchen und sagt in ihrer Babysprache, alles ist gut,Toya, Ina da, Mama da, Papa da. Da sind mir die Tränen vor Rührung gekommen und da wußte ich, dass ich nicht alles falsch mache mit meinen Mäusen. Ab da hatte ich kein schlechtes Gewissen mehr meiner Großen ggü, ich war so stolz auf sie und habe so gut es ging ihr auch die Aufmerksamkeit gegeben, die unter den Umständen möglich war, und vor allem habe ihr immer wieder gesagt, wie sehr ich sie liebe.
Seitdem ich mein schlechtes Gewissen abgelegt hatte, war alles irgendwie entspannter und ich wurde auch irgendwie einfallsreicher, wie ich beiden gerecht werde trotz aller Anstrengung und Sorge mit der Kleinen. Klar, es gab Momente, wo sie auch gebrüllt hat, weil sie was wollte und ich konnte halt nicht, aber wenn es wichtig war, dann habe ich ihr das so erklärt und habe trotzdem die Sache durchgezogen, denn sonst hätte ich keine Chance gehabt. Letzendlich wußte ich, wenn die Kleine nicht trinkt, dann hat die Große auch weniger von mir, wenn ich dann eine Woche mit der Kleinen im KH verbringen muß. Und was das für die Kleine bedeutete brauche ich nicht zu erwähnen.

Die lange persönliche Geschichte ist nur um Dir Mut zu machen und wenn Du Dein bestes tust (und das bestimmt so) dann brauchst Du keine Angst zu haben, dass Dein Großer einen Schaden davon trägt, weil er sich ungeliebt fühlt oder so. Ich glaube, er hätte mehr Schaden, wenn er merkt, dass er Dein Verhalten mit seinem Gebrüll und Wutanfälle gezielt steuern kann (z.B. wenn er schreit, legst Du das Baby weg). Versuch ihn dabei auch zu involvieren, vielleicht könnt ihr dann zu dritt kuscheln. Wenn Du die KG machen mußt, vielleicht kann er sich mit einer kleinen Geschichte auf DVD (wenn Du das ok findest) ablenken, ihr könnt auch Reime und Gedichte üben, Du kannst ihm dabei evtl. Geschichten erzählen, oder er darf dabei mit einer Kinderschere Papier schnippeln (hat meine Große mit Begeisterung gemacht), denn 45 Min sind echt lang und die Kleinen können sich in dem Alter halt nicht immer so lange alleine beschäftigen.
Du sagtest, er könne noch nicht Windeln anziehen oder Baby ausziehen. Das glaube ich, aber dabei geht es nicht darum, dass er die Windel selbständig anziehen soll oder das Baby aus- und anziehen. Das ist mehr so ein so tun als ob, denn man muß ja noch viel helfen und vor allem sie auch machen lassen, auch wenn es lange dauert und es nicht perfekt ist. Er kann z.B. schon mal die Windel halten und sie evtl. etwas aufmachen, kann den Popo nachwischen mit dem Feuchttuch,... Und vor allem, nicht ständig sagen, Vorsicht mit dem Baby! Die Großen sind ja auch neugierig und drucken mal hier mal dort, aber zum einem die Babys sind stabiler als wir teilweise glauben und außerdem das ist wohl die Art der Großen, ihre kleinen Geschwister kennenzulernen (natürlich mit einem wachendem Auge, aber mehr unauffällig und eingreifen, nur wenn wirklich notwendig).
Versuch auch, Deinem Großen in einfachen Sätzen die Situation zu erklären und sage ihm, wie sehr du ihn liebst. Wenn er vielleicht aus Hilfslosigkeit Wutausbrüche hat, geht auf ihn zu, nimm ihn, auch wenn er sich am Anfang wehrt und halte ihn ganz liebevoll, singe beruhigend für ihn und lasse ihn seine Wut in deinen Armen mal ausleben. Auch wenn dabei die Kleine auch mal warten muß. Das hat meiner Großen wohl auch geholfen, ich habe dabei gemerkt, wie ihre Wut mehr ins Weinen übergegangen ist, hat dann ganz eng an mir einfach nur geweint und irgendwann mal war es dann auch gut und sie war wie ausgewechselt. Ich denke, die Kleinen müssen auch mal die Luft rauslassen und es war so schön, wenn sie nach einem Wutanfall zum Schluß sie dann doch ganz ruhig und lieb war und wir dann doch zu dritt kuscheln konnten.

So, jetzt ist es fast ein Roman geworden. Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen. Ich kann -denke ich- nachempfinden wie es dir gerade zumute ist. Ihr werdet es schaffen, glaub mir!

Grüsse

manira

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