Das Baby
Wenn es jetzt über längere Phasen etwas
ruhiger zugeht im Bauch, ist das noch kein Grund zur Beunruhigung - das Baby hat einfach
zu wenig Platz. Sein Immunsystem ist jetzt stark genug, um es mit kleineren Infekten
"draußen" aufzunehmen, falls nötig. Alle Organe sind fertig ausgebildet - die
kleine Lunge wartet auf ihren ersten Atemzug, mit dem sie sich entfalten und Reste von
"verschlucktem" Fruchtwasser wieder loswerden kann.
Der Daumen im Mund bekommt womöglich langsam
Schwielen vom Saugen (kein Witz - manche Babys kommen mit kleinen Schwielen am Daumen zur
Welt). Vielleicht wird es zu den 75% der Babys gehören, die es garnicht abwarten können
und ein, zwei Wochen zu früh kommen. Nur 5% der Babys werden genau an dem
vorausberechneten Tag geboren, 20% lassen sich mehr Zeit - manche lassen Ihre Mütter
glatt zwei Wochen über die Zeit warten, ohne ein Anzeichen zu zeigen, dass sie sich auf
den nur 20 cm langen Weg machen wollen.
Körper und Seele
Das Kreuz schmerzt und die
Bewegungen sind längst mühsam geworden. Wenigstens nimmt man in diesen letzten Wochen
nicht mehr zu ! Erschrecken Sie nicht, wenn Sie sogar abnehmen. Falls es so ist, gibt Ihr
Körper schon wieder ein wenig Gewebsflüssigkeit ab.
Das Baby ist nun noch tiefer gerutscht und der Bauch wirkt ein
wenig "ausladend". Schlafen kann man jetzt eigentlich bloß noch auf der Seite,
da die Rückenlage den Kreislauf noch mehr belastet. Am besten mit einem Kissen zwischen
den Knien. Tagsüber sollten Sie - soweit es möglich ist - viel im Sitzen erledigen und
nichts Schweres mehr tragen.
Für viele Frauen scheint die
Zeit zu "stehen". Warum vergeht sie nicht ein bisschen schneller ? - werden
vielleicht auch Sie fragen. Eine zunächst noch leise Unruhe steigert sich jetzt bei
vielen in einen nahezu rastlosen Tatendrang ... soll man die Gardinen noch waschen ? Im
Garten das Blumenbeet noch fertig machen, das beim letzten Mal liegengeblieben ist, weil
einem schwindelig wurde ? Die Treppe nach oben könnte man mal wieder wischen oder
zumindest die Gläser im Wohnzimmerschrank einmal wieder durchspülen. Und die Terrasse
fegen ...
Viele Hebammen deuten diese zunehmende Unruhe als ein Zeichen für die kurz bevorstehende
Geburt - wenn diese Unruhe denn kommt. Andere Frauen merken garnichts davon, fühlen sich
abgeschlagen und müde und würden sonstwas geben für eine starke Kopfschmerztablette.
Ein ziemlich untrügliches
Zeichen dafür, dass es sehr bald soweit ist: Wenn sich die Wehen von den Vorwehen unterscheiden. Sie werden sich sowohl an
die ersten, kaum spürbaren Wehen, mit denen die Gebärmutter zu "üben" begann
ebenso erinnern, wie an das Ziehen im Kreuz bei den Senkwehen, mit denen das Baby in eine
tiefere Position gebracht wurde. Solche Vorwehen waren nur kurz und kamen unregelmäßig.
Die Wehen, die die bevorstehende Geburt anzeigen, kommen regelmäßig und in immer kürzer
werdenden Abständen. Sie werden in ihrem Verlauf stärker, wenn man aufsteht und sich
Bewegung verschafft. Auf die Vorwehen hatte diese Bewegung keinen Einfluss.
Denken Sie daran, dass es stark von der inneren Einstellung der Frau zum Vorgang der
Geburt abhängt, wie intensiv sie einen Schmerz empfindet. Ob Sie um den biologischen
Ablauf der Dinge im Einzelnen weiß, oder sich während der Geburt fragen muss, was
eigentlich passiert.
Je schlauer man sich vorher
gemacht hat, umso mehr Vertrauen kann man in sich selbst setzen, diesem natürlichen
Vorgang problemlos gewachsen zu sein. Und ob man Vertrauen zu sich selbst hat oder
Selbstzweifel bis zur letzten Minute spielt eine große Rolle. Was Sie jetzt vor allem
noch tun können und auch sollten, ist Selbstvertrauen zu haben - das macht es wesentlich
wahrscheinlicher, dass Sie diese Geburt mit links hinter sich bringen
werden !
Ernährung
Dazu nur noch einen Satz:
Vergessen Sie nicht, dass die gesunde, vollwertige Ernährung, auf die Sie sich in den
letzten neun Monaten - vielleicht anfangs etwas mühsam - eingestellt haben, auch nach der
Entbindung noch das Beste für Sie und Ihr Baby ist.
Bei der Ärztin/ beim Arzt
Die letzten Untersuchungen
dienen noch einmal dazu, die Lage des Babys zu beurteilen. Optimal liegt es mit dem Kopf
nach unten und dem Kinn an der Brust. Ein weiteres Mal wird jetzt auch das Verhältnis vom
Kopfumfang des Babys zur Öffnung des Beckens der Mutter geprüft.
Im Fall, dass der
vorausberechnete Tag der Geburt überschritten wird, werden Sie nicht noch ungeduldiger.
Die Ärztin oder der Arzt wird Sie jetzt häufiger sehen wollen, womöglich sogar
täglich. Sie/er wird überwachen, ob es dem Baby gut geht. Anhand einiger Untersuchungen
kann man recht gut feststellen, wie es "sich fühlt". Um seine Versorgung -
insbesondere die mit Sauerstoff zu prüfen, wird vielleicht ein CTG erstellt
(Kardiotokogramm). Dabei handelt es sich zunächst nur um einen Belastungstest, der
meistens in der Klinik vorgenommen wird (nicht zu verwechseln mit der Dauerüberwachung
per Kardiotokograph unmittelbar vor und während der Geburt). Beim Belastungstest wird
nach einigen Kniebeugen der Mutter über Ultraschall die Herzfrequenz des Babys gemessen.
Wenn diese abfallen, wird man in der Regel die Geburt einleiten.
Rund-ums-Baby wünscht Ihnen
eine schöne Geburt!
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