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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von krummenau am 08.10.2015, 10:15 Uhr.

Re: Wie man es macht, man macht es eh immer falsch.....

Die meisten Kinder haben irgendwann in ihrer Schulkarriere mal mehr oder weniger große, mal mehr oder weniger lang andauernde Probleme. Mit einer regulären, vom Staat vorgegebenen Einschulung ist man insofern auf der "sicheren" Seite, als man sich, wenn mal schulisch irgendwas ist, relativ entspannt zurücklehnen kann, denn man hat ja nicht in den regulären Kreislauf eingegriffen, also keine aktive Weichenstellung betrieben.
Kinder zurückstellen zu lassen, sofern überhaupt noch möglich, muß eher nicht gesondert begründet werden, dafür erntet man sozial eher Verständnis.
Läßt man aber ein Kind vorzeitig einschulen, muß man sich durchaus auf "Widerstand" gefaßt machen, auf Unverständnis im Kiga, bei den Miteltern und eben auch unter den Lehrern. Natürlich nicht bei allen, aber die Wahrscheinlichkeit, nicht überall Verständnis entgegengebracht zu bekommen und diesen Schrit immer wieder erklären und begründen zu müssen, ist recht hoch.
Wäre ich mir als Mutter unsicher und stünde es auf der Kippe, ob früher einschulen oder nicht, würde auch ich zum regulären Ablauf tendieren, es ist wirklich viel "bequemer". Den direkten Vergleich zum regulär eingeschulten großen Bruder habe ich ja daheim.
Stehe ich aber als Mutter voll hinter der vorzeitigen Einschulung, würde ich sie durchziehen (habe ich ja auch praktiziert, allerdings wollte das Kind unbedingt in die Schule, ich habe also in seinem Sinne gehandelt, nicht über seinen Kopf, weil ICH gemeint hätte ER wäre schon so weit). Wenn nun schulische Probleme auftreten, und das sind sie bei uns immer wieder, ziehe ich mir aber den Schuh nicht an, ich hätte ja nun die Probleme WEGEN der vorzeitigen Einschulung und WEGEN des Klassenüberspringens, das sei ja alles nicht nötig gewesen und selber Schuld, so nach dem Motto. Beide Abweichungen von der regulären Schullaufbahn haben wir nach genauer vorheriger Überlegung ganz bewußt und nur deshalb in die Wege geleitet WEIL es zum jeweiligen Zeitpunkt ERHEBLICHE PROBLEME gab - die sich danach deutlich besserten. Die Rest-Probleme, die nun immer mal wieder phasenweise auftreten, haben regulär eingeschulte Kinder ganz genauso (ich kenne viele und höre ähnliche Geschichten von anderen Müttern), nur werden Eltern solch "normaler" Kinder mit "normalen Schulproblemen" nie unter Rechtfertigungszwang gesetzt, weil sie alles ganz regulär haben laufen lassen. Das ist deren großer Vorteil.
Wenn man vom vorgezeichneten Weg abweicht, sollte man zumindest darauf gefaßt sein, daß man nicht einmal entscheidet "vorzeitig einschulen, und das war es dann", sondern daß einen das bisweilen lange verfolgen kann.
Das muß man dann durchzuziehen bereit sein.

LG von Silke

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