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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von Bonnie am 02.01.2006, 16:36 Uhr.

Re: Unsicherer 7-jähriger (Achtung, laaaange Antwort ;-))

Hallo Mimi,

zum Kinderpsychologen würde ich eigentlich nicht mit ihm gehen. Auch wenn es ein guter ist, vermittelt das Ganze dem Kind noch mehr das Gefühl, dass etwas mit ihm nicht stimmt und seine Eltern mit ihm momentan nicht zufrieden sind. Das Kind fühlt: Ich bin nicht so, wie ich sein sollte. Meine Eltern mögen mich nicht so, wie ich bin, sondern wollen mich anders. Diesen Schritt zum Kinderpsychologen würde ich daher nur bei anhaltendem, sehr auffälligem Verhalten tun (und das liegt bei Deinem Sohn nicht vor, finde ich persönlich). Der Schuleintritt ist für viele Kinder ein sehr großer Schritt und eine Riesenleistung - nicht alle schaffen diesen Start harmonisch und ohne Probleme. Unsere Tochter zum Beispiel ist auch ein Schulneuling. Sie ist sehr schüchtern und schafft es nur sehr schwer, neue Kontakte zu knüpfen, das war schon immer so. Trotzdem kriegt sie es früher oder später doch hin, über ihren Schatten zu springen.

Wir finden es immer wichtig, unserer Tochter zu zeigen, dass wir sie ganz genau so lieben, wie sie ist. Trotz Schüchternheit hat sie daher ein gutes Selbstbewusstsein und leidet auch nicht unter diesem Wesensmerkmal. Ich würde daher an Eurer Stelle nicht versuchen, Deinen Sohn zu überzeugen, er müsse anders, mutiger, selbständiger etc. sein. Ich würde sein momentanes Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit akzeptieren, nicht in Frage stellen, es nicht mit ihm diskutieren - sondern es einfach befriedigen. Dann wird das Ganze sicher nur eine Phase sein, die auch wieder vorübergeht. Offenbar knapst er momentan noch sehr an der Schule und braucht deshalb besonders viel Nähe von Euch, die würde ich ihm ruhig geben. Wenn sein Bedürfnis nach Sicherheit erfüllt wird, kann er auf dieser sicheren, verlässlichen Basis auch irgendwann wieder wagen, seinen Radius zu vergrößern und sich auch wieder zu anderen Kindern zu wagen. Was er bestimmt auch machen wird. Schließlich merkt er selbst, dass Freundschaften darunter leiden, so dass er das Zuhause-Bleiben sicher nicht zum Spaß macht.

Gebt ihm das Gefühl, dass Ihr ihn wunderbar und gut findet, genau wie er ist. Lobt ihn jedes Mal, wenn er im Alltag Selbstständigkeit zeigt (z.B. kleine Aufgabe im Haushalt übernimmt, mit Geschwisterchen spielt etc.), auch das gibt Selbstwertgefühl.

Wenn Ihr gemeinsam am Tisch sitzt, fragt ihn doch mal nebenbei, wie er sich den Alltag wünscht und was ihm momentan bei der Angst vor der Schule helfen würde. Vielleicht wundert Ihr Euch, was für gute Lösungsvorschläge er macht. Zeigt ihm so, dass Ihr seine Gefühle ernst nehmt und versteht. Tut sie nicht ab, redet sie nicht weg, versucht nicht, ihn davon zu überzeugen, dass sie unnötig sind. Gefühle sind immer echt und authentisch, und haben immer ihre Berechtigung.

Wenn er selbst keine Vorschläge machen mag, helft ihm dabei: Frage ihn zum Beispiel, ob er gern möchte, dass Du ihn bis vor die Klassentür begleitest (ist nix Ungewöhnliches!) und dass Du hinterher schon an der Schultür wartest, wenn er kommt. Stelle ihm morgens vor der Schule schöne Dinge in Aussicht, die Ihr nach der Schule machen werdet (Lieblingsessen gemeinsam kochen, draußen mit beiden Kindern toben, Regenpfützen-Spaziergang machen, zusammen spielen, Lieblingsbuch vorlesen etc.) - also jeden Tag eine kleine Belohnung, auf die er sich in der Schule schon freuen kann.

Ich glaube, wenn Du und Dein Partner Eurem Sohn jetzt vertraut, seine Gefühle wichtig findet und sichtlich ernst nehmt, sein Bedürfnis nach Sicherheit erfüllt und mit ihm gemeinsam Lösungen sucht, wird er Euch das nie vergessen und ihm wirklich einen guten Start ins Leben ermöglichen. Jede Hürde ist ja eine große Chance, auch schon für kleine Menschen. Ihr könnt hier Weichen stellen für sein zukünftiges Leben.

Liebe Grüße,

Bonnie

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