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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von krummenau am 25.04.2013, 9:07 Uhr.

nochmal an Princess

Da haben wir wohl sehr unterschiedliche Auffassungen.
Aus meiner Sicht sollte es nicht normal sein, daß Beide Eltern arbeiten (müssen), was sie aber genau dann müssen, wenn man sich an einen - aus meiner Sicht - gehobenen, teils überzogenen Lebensstandard gewöhnt hat, den man dann auch immer weiter erwirtschaften muß. Was im Sandkasten beginnt mit: "Mein Schäufelchen ist aber größer / schöner / neuer als Deins" geht offenbar bei vielen Menschen im Erwachsenenleben mit "mein Auto / Haus / Urlaub ist aber größer / schöner / teurer / exklusiver als Deins / Deiner". Das erlebe ich in meinem Umfeld ganz oft. Da stehen dann riesige neugebaute Häuser mit großen Neuwagen vor der Doppelgarage, was dann aber jahrelang abbezahlt werden muß. Mehr Schein als Sein. Dann müssen beide arbeiten.
Allerdings habe ich spätestens, seit ich die Sandkastenzeit hinter mir gelassen habe, nicht mehr das Bedürfnis, bei dieser Angeberei mithalten zu müssen.
Wenn markenklamottenangezogene Kinder aus solchen Traumhäusern ihre Papas nur am Wochenende sehen und wochentags vielleicht schon von 7 Uhr an und dann bis 17 Uhr in Kita / Ganztagsschule / Hort fremdbetreut werden (müssen), weil es ja "normal" ist, daß beide Eltern arbeiten, tut das meiner Meinung nach den Kindern und dem gesamten Familienleben nicht gut. Das muß aber jeder selber entscheiden. Meine Prioritäten liegen jedenfalls anders. Das ist natürlich ein Extremfall, der aber durchaus vorkommt, wir leben eben den anderen Extremfall, der vermutlich seltener vorkommt.
Thema Hartz 4: der Staat sieht diese Leistungen vor, was ist daran verwerflich, sie anzunehmen? Um für Hartz-4 Empfänger eine bezahlte Arbeit wirklich attraktiv zu machen, müßte man vermutlich andere Anreize setzen. Darauf zu bauen, daß jeder ordentliche Mensch arbeiten geht, weil sich das so gehört, halte ich für Unsinn. Ich würde arbeiten gehen, wenn ich das Geld dringend brauchte oder wenn ich meinen Traumjob fände, aber nicht, weil man, wenn die Kinder in einem gewissen Alter sind, eben wieder arbeiten geht. Beschäftigen kann ich mich auch so ganz gut.
Solltest Du mit Deinem einleitenden Satz übrigens unterstellt haben, daß ich und mein Mann von Hartz 4 leben, kann ich Dich beruhigen. Wir liegen dem Staat nicht auf der Tasche, wir kommen mit dem aus, was wir haben. Wir sind seit jeher mit allem, was wir erwirtschaftet haben, sehr sparsam umgegangen, unsere Eltern sind das zeitlebens auch. Trotzdem hatten wir nie das Gefühl, auf etwas zu verzichten, wir hatten immer alles, was wir brauchten. (wir brauchten vor anderen ja nicht damit "anzugeben", s.o.)
Du schreibst, jedes Kind freut sich über eine Feier. Wir haben keine Verwandten, die in der Nähe wohnen, haben eh nur sehr wenige Verwandte, sonst hätten wir die zu einer Feier eingeladen. Die Freunde wurden alle zum selben Zeitpunkt eingeschult, hatten ihre eigenen Feiern und waren daher ausgebucht. Weder wir noch unsere Kinder gehen gerne essen, sonst hätten wir das im Familienkreis gemacht. Also bot sich einfach keine Feier an.
Übrigens mag mein jüngerer Sohn generell keine Feiern, er mag nicht zu Kindergeburtstagen gehen und feiert seinen eigenen immer nur im engsten Kreis (2 bis 3 Gäste, wozu man ihn schon fast überreden muß). Er steht nicht gerne im Mittelpunkt. In der Schule war am Einschulungstag mehr als genug Brimborium für ihn, den hätten wir mit einer extra Feier wirklich nur jagen können. Der wollte unbedingt in die Schule kommen, ja, aber nicht feiern. Also, man kann Kinder nicht so pauschal über einen Kamm scheren. Es ist nicht so, daß wir ihn um eine Feier betrogen hätten. Und der Große hat auch keinen Feierwunsch geäußert.
Wir feiern übrigens oft spontan und ohne Anlaß mit ein paar netten Freunden in unserem Garten, aber nicht unbedingt aus vorgegebenen Anlässen.
Du schreibst, Kinder sollten schon immer ordentlich rumlaufen und im Mittelfeld mitschwimmen können. Was "ordentlich" und "Mittelfeld" ist, bleibt dabei auch wieder Auslegungssache
Mein älterer Sohn (11) legt schon immer sehr viel Wert darauf, nicht aufzufallen. Ihm war schon immer die Peergroup sehr wichtig und was andere von ihm halten. Ich weiß, was kleidungstechnisch in seiner Altersgruppe angesagt ist und besorge ihm diese Anziehsachen (die absolut nicht meinem eigenen Geschmack entsprechen), allerdings gebraucht. Das sieht den Sachen sowieso keiner an und er darf sich so dreckig machen, wie er mag, muß nicht pfleglich mit den ach so guten Sachen umgehen. Ich werde nie vergessen, wie ich mal einen tränenüberströmten Jungen auf dem Schulhof (Grundschule) vorfand, von dem ich dachte, er hätte sich schlimm wehgetan. Nein, es heulte nur, weil er in seiner Hose einen dicken Gras-Matschfleck hatte und mir erklärte, die Hose habe 80 Euro gekostet und das gäbe daheim schwere Schimpfe... Er versuchte auch noch, ein anderes Kind mit zur Kasse zu bitten, das ihn in den Matsch geschubst hätte.
Also, mein Großer läuft auf eigenen Wunsch und von mir geduldet so rum, wie Du es vermutlich als "ordentlich und im Mittelfeld" bezeichnen würdest.
Mein Kleiner (8) ist da ganz anders. Der zieht nur ganz bestimmte Klamotten an, die vor allem eins sein müssen: bequem. Also Jogginghosen, Sporthosen, alles mit Gummizug, bloß keine Jeans (die auch nicht mit Gummizug) weite T-Shirts oder Langarmshirts. Am liebsten bunt geringelt und alles andere als die gerade angesagten Aufdrucke wie Military, Spiderman oder so nen Kram. Nur Klettverschlußturnschuhe. So ist er auch zur Einschulung gegangen, es kam für ihn gar nicht in Frage, daß man da etwas anderes anziehen könnte. Andere Jungs waren in Hemd und Krawatte. Wahrscheinlich sind mir manche Mütter immer noch böse, daß er mit seiner von ihm selbergebastelten Schultüte und seinem unmöglichen Outfit das gesamte Klassenphoto verschandelt. Dafür strahlt er, der endlich eingeschulte, für zwei.
Unter dieser speziellen Art Kleidung hat er dann auch noch seine auserwählten Lieblingsstücke, von denen er sich kaum trennen mag und die man nur sehr mühsam durch etwas Ähnliches in der nächstgrößeren Größe ersetzen kann. Da er körperlich in den Pausen und am Nachmittag sehr aktiv ist, dabei natürlich auch öfter mal hinfällt, an Ästen hängenbleibt, in Bäumen herumklettert, haben diese Lieblingsstücke bisweilen bleibendenFlecken oder nichtbleibende Löcher, die ich eben wieder flicke. Manche Hosen habe ich unten auch schon verlängert, wenn sie gar zu hochwässerig wurden. Eigentlich flicke ich an seinen Klamotten ständig was. Also, dieses Kind aus derselben Familie, nämlich unserer, läuft vermutlich nach Deiner Definition rum wie "Lump". Und ja, er ist in ganz viele Bereichen ein Außenseiter, das hier näher zu erklären, würde aber den Rahmen sprengen. Liefe er kleidungstechnisch konform herum wie sein großer Bruder, wäre er in den anderen Bereichen aber immer noch ein Außenseiter. Würde ich ihn überall zur Anpassung zwingen (was sich eh nicht umsetzen ließe), bliebe von seiner speziellen Persönlichkeit nichts mehr übrig. Und da er sich in seiner Art Kleidung wohlfühlt, lasse ich ihn gewähren. Er soll sich ja wohlfühlen und nicht den anderen zu Gefallen das anziehen, was gerade in ist. Mit seiner Kleidung tut er niemandem was Böses, wer ihn nicht ansehen mag, kann ja weggucken.
Wenn Du schreibst, bei Euch würden viele so denken wie ich und die Kinder würden daher rumlaufen wie "Lump" und seien Außenseiter, wundert mich das, denn wenn viele so rumlaufen, ist das doch schon wieder die Norm? Bei uns läuft definitiv nur mein jüngerer Sohn "so rum".
Mir persönlich ist Kleidung auch völlig egal, habe auch so meine von mir definierten Wohlfühlklamotten, mache keine Moden mit und bekomme im Freundinnenkreis oft zu hören, daß ich ja gar nicht "stylish" sei. Mich stylish anzuziehen oder überhaupt auch nur zu schminken wäre für mich ein komplettes Verbiegen meiner selbst. Trotzdem habe ich einen ganz lieben Ehemann (der es gar nicht mag, wenn sich Frauen schminken oder sonstwie aufdonnern und selber die bereits x-Mal geflickten Schlafanzüge seines Opas aufträgt, aus Nostalgiegründen und weil die so bequem sind...) und Freundinnen, die sich vom ersten Eindruck nicht sofort haben abschreckjen lassen. Ich kann mir tatsächlich sicher sein, daß sie mich um meiner inneren Werte schätzen, wo ich doch äußerlich so unmöglich bin...
Leider ist aus meiner Sicht unsere Gesellschaft ganz extrem auf Äußerlichkeiten bedacht, wovon ja immerhin auch ein Großteil der Wirtschaft lebt (Kleidung, Schminken, Antiagingcremes, Friseure, der Markt ist riesig).
Jeder muß für sich entscheiden, inwieweit er in dieser Gesellschaft mitschwimmen mag. Viele werden da reinpassen, ohne sich zu verbiegen, wer von Natur aus anders geartet ist, muß sich entscheiden: Theaterspielen und anpassen, oder er selber bleiben. Ich habe mich für letzteres entschieden, Sohn Nr. 2 offenbar auch. Bei Sohn Nr. 1 weiß ich noch nicht so genau, ob er tatsächlich so ist, wie er scheint, ob er ob er sich bewußt anpaßt. Das ist seine Entscheidung.
Daß Du Deiner damals nicht gefeierten Jugendweihe immer noch nachtrauerst, ist schade, aber wenn sie Dir so wichtig war, hättest Du das vielleicht auch sagen müssen. Unsere Kinder sagen deutlich, was ihnen wichtig ist, die Einschulungsfeier gehörte definitiv nicht dazu.
LG von Silke

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