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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von Hexhex am 13.03.2008, 20:23 Uhr.

Re: Kinder spiegeln die unausgesprochenen Erwartungen ihrer Eltern... (Achtung, länger)

Hallo Judith,

eine Zeitlang war meine Tochter ähnlich. Ich habe gemerkt, dass das etwas mit uns Eltern zu tun hat, und habe wirklich einige Dinge verstanden und geändert. Weißt Du, natürlich meinst Du es gut mit Deinem Sohn und findest, dass sein Weinen unnötig und übertrieben ist. Trotzdem sollte Dir sein zu hoher Anspruch an sich selbst zu denken geben: Kinder erfüllen nicht ihre eigenen Erwartungen, sondern diejenigen der Eltern!

Und oft sind dies unausgesprochene Erwartungen. Denn sicher sagst Du Deinem Sohn nicht, dass er nur die volle Punktzahl haben darf. Und sicher schimpfst Du nie über einen Punkt weniger im Test. Offenbar - und das zeigt seine Reaktion - vermittelt Du und Dein Partner ihm aber dennoch, wie sehr wichtig Euch Leistung ist. Kinder, denen ihre eigene Leistung nie gut genug ist, glauben, dass ihre Eltern sie nur für ihr Können lieben - und nicht dafür, dass sie einfach da sind. Sind sie dann mal nicht unter den Besten, sind sie regelrecht verzweifelt, weil sie (unbewusst) glauben, ihre Eltern zu enttäuschen. Da hilft dann auch keine Beschwichtigung der Eltern - die wird einfach nicht geglaubt und nicht wirklich wahrgenommen.

Wichtig ist daher, dass Ihr ihm langfristig vermittelt, dass Ihr ihn um seiner selbst Willen liebt. Achtet mal darauf, ob Ihr ihn wirklich viel lobt für Dinge, die NICHTS mit Können zu tun haben. Lobt ihn bewusst mehr, wenn er sich fair verhält, wenn er an arme Menschen denkt und ihnen helfen möchte, wenn er Streit schlichtet, wenn er gut von einem andern Kind spricht, wenn er ein anderes Kind verteidigt, wenn er mal im Haushalt hilft etc. Und reagiert betont gleichmütiger auf Noten.

Nur so wird er Euch mit der Zeit glauben, dass Ihr wirklich IHN liebt, egal, was er macht und leistet. Man muss hier als Eltern wirklich mal in sich gehen und auch seine eigenen Erwartungen an sich selbst überdenken. Und sich ruhig auch mal erinnern, wie denn so die eigenen Eltern damals waren. An sich zu arbeiten, lohnt sich. Denn dass ein Kind sich um seiner selbst Willen geliebt fühlt, ist ungeheuer wichtig. Alles andere erzeugt Unglücklichsein, und im späteren Leben Unzufriedenheit (man ist sich selbst nie genug, und auch andere können einem nie genügen) und Depressionen (weil man sich seit der Kindheit nie genug geliebt fühlt). Also - ändert bewusst den Kurs - damit Euer Kleiner eine glückliche Schulzeit und Kindheit hat, ne?

Grüßle,

Hexe

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