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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von Mijou am 15.03.2007, 13:09 Uhr.

Re: Buchtipps und mehr (Achtung, arg lang)

Hallo Silence,

es gibt wohl kein pauschales Buch, mit man man aus einem selbstunsicheren Kind ein anderes Kind zaubern kann. :-) Es kommt ja immer darauf an, wo die Ursachen für das angeknackste Selbstwertgefühl liegen. Und ob es überhaupt eine Ursache gibt, oder das Ganze Veranlagung ist.

Ich habe auch zwei Kinder. Meine Tochter ist immer eher schüchtern und selbstunsicher gewesen, kommt damit aber heute (8) gut zurecht.
Ich finde, der erste Schritt muss sein, dass man das Wesen seines Kindes nicht ändern möchte, sondern ihm zeigt, dass man es wunderbar findet - genau und exakt so, wie es ist. DAS gibt dem Kind eine feste, stabile Basis. Und von dieser aus wagt es sich ganz von selbst Schritt für Schritt ins Leben hinaus. Vielleicht langsamer als andere, dafür aber stetig (und oft mit mehr Erfolg als andere).

Wenn ein Kind aber spürt, dass man es gern anders hätte - also selbstbewusster, kontaktfreudiger, fröhlicher, spontaner, unkomplizierter, weniger sensibel - verliert es an Selbstvertrauen. Kritik oder Aufforderungen ("Nun trau dich doch, warum machst du denn das und das jetzt nicht? Geh doch einfach zu dem anderen Kind hin!) sind daher tödlich.

Hilfreich war für uns außerdem, Verantwortung ans Kind zu übertragen. Lass Dein Kind viele Entscheidungen selbst treffen, lass es mithelfen bei Tätigkeiten im Haushalt etc. Meine Tochter darf mir z.B. beim Kochen helfen, versorgt unsere Tiere mit, gießt die Blumen und hat noch ein, zwei weitere feste Aufgaben täglich. Sie ist stolz darauf und erledigt sich meist ohne zu murren. Es gibt also Selbstvertrauen, sein Kind nicht zu unterschätzen. Was irgend geht, sollte das Kind schon früh selbst machen.

Drittens ist es wichtig zu gucken, wie man selbst veranlagt ist: Wenn auch Vater oder Mutter nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzen, gilt dies meist auch für die Kinder. Welcher Typ ein Kind ist, ist angeboren und muss (und kann) nicht geändert werden. Auch ein zurückhaltendes Kind hat aber ebenso große Chancen, ein glücklicher Erwachsener zu werden, wie ein kleiner Draufgänger, der vor Selbstbewusstsein platzt - WENN es sich ohne Einschränkung geliebt, bestärkt und angenommen fühlt.

Manchmal hat ein Kind natürlich tatsächlich ein wirklich beschädigtes Selbstwertgefühl, das über eine zurückhaltende Veranlagung hinausgeht. Hier ist wichtig, nach der Erziehung zu fragen: Also z.B. sein Kind nicht aktiv zu hemmen. Etwa durch zuviel Leistungsdruck oder unausgesprochene hohe Erwartungen ans Kind. Oder durch zuviele "Neins", Verbote, Kritik, Warnungen vor Gefahren etc. Auch Strenge, Schimpfen, Aggressionen etc. schädigen natürlich das Selbstwertgefühl. Hier ist u. Umständen auch Hilfe nötig durch einen Elternkurs oder eine Erziehungsberatung (Kinderschutzbund, Caritas, Diakonie).

Welches Buch geeignet ist, richtet sich also nach dem Einzelfall:

- Hast zum Beispiel eher DU ein Problem damit, dass Dein Kind so ist? Oder hat wirklich Dein Kind damit ein Problem (was oft keineswegs der Fall ist!). Manchmal glauben wir Eltern nur, unser Kind sei unglücklich mit seinem Wesen. Dabei ist es höchstens unglücklich darüber, dass wir es gern anders hätten und es uns offenbar nicht genügen kann.

- Falls Erziehungsprobleme, Partnerschaftskonflikte, eine Trennung etc. die Ursache sein könnte, wäre es mit einem Buch nicht getan. Aber auch hier gibt es Bücher, die Eltern helfen, ihre Erziehungsmuster besser zu verstehen (Wie waren Eure Eltern? Wie habt Ihr Euch als Kind gefühlt? Sicher, unsicher, ängstlich, mutig? Haben Eure Eltern Euch bestärkt? Waren sie geduldig oder eher aggressiv?)

Aufschlussreich und gut fand ich selbst folgende Titel:

Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes (Standardwerk, wo man eigene Kindheitsmuster erkennt - bringt viele Aha-Erlebnisse).

Ursula Neumann: Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln - wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel (hier geht es viel um unausgesprochene Erwartungen und Fehlinterpretationen des kindlichen Verhaltens). Man lernt, das Kind vorurteilslos anzuschauen und sein Verhalten nicht immer ruckzuck aus Erwachsenensicht gleich zu bewerten.

Remo H. Largo: Kinderjahre (Kinderarzt und Entwicklungsforscher beschreibt u.a., dass Probleme dadurch entstehen, dass kindliche Bedürfnisse und elterliche Erwartungen nicht zusammenpassen ("Missfit"). Warum Kinder so unterschiedlich sind und sein dürfen, wie man sein Kind und dessen Bedürfnisse besser versteht.

Diese drei Bücher sind wirklich ihr Geld wert. Natürlich betrifft einen nicht jedes Kapitel selbst, aber man lernt unheimlich viel und versteht hinterher viel, viel besser, wie Kinder ticken. Und dann kann man seinem eigenen Kind auch die richtige Schützenhilfe geben, gelassen und mit gutem Selbstwertgefühl groß zu werden.

Grüßle,

Mimi

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