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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von Dorian am 21.01.2003, 22:19 Uhr.

Re: an dorian

Hallo Christina

Eigentlich wird Ritalin frühestens ab dem 6. Lebensjahr, also zur Einschulung, verschrieben.

Ganz wichtig: Ritalin ist KEIN BERUHIGUNGSMITTEL!!!
Sondern im Gegenteil, eher ein Aufputschmittel.
Denn es hilft den Kindern, aufmerksamer zu sein.
Ès ist so: Unser eins hat einen natürlichen "Filter" im Gehirn, der die Wichtigen von den Unwichtigen Einflüssen (Geräusche, Emfindungen, Bilder, alle Reize...)trennt, sodaß wir uns auf das Wichtige konzentrieren können, das Unwichtig ignorieren.
Kinder mit ADS können das nicht.Ihnen fehlt der lebenswichtige Filter. Was beduetet, um noch mal auf eine Klasse in der Schule zurück zu kommen: Für das ADS Kind stürmen alle Reize, was der Lehrer sagt, was die (ca. 20-25) anderen Schüler von sich geben, ob ein Stift runter fällt, einer hustet, draußen ein Auto vorbei fährt, eine Türe auf geht, jemand mit dem Stuhl kippelt, einer niest usw. gleichermaßen ins Bewußtsein. Ohne jegliche Chance, sich dagegen zu wehren.
Das Kind steht also ständig unter einer enormen Belastung.
So als wenn Du z.B. stundenlang in einer großen Menschenmenge stehst, die alle zugleich auf Dich einreden. Und Du kannst Dich nicht wehren.
Das ADS Kind erlebt das 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Ohne Entkommen.
In Ritalin ist Dopermin, ein Botenstoff, der für die Überbringung der der Reize im Gehirn zuständig ist. Ein ADS Kind hat davon zu wenig. (Es ist lange noch nicht genug erforscht, aber das sind zumindest die Ansätze)
Ritalin ersetzt also im Körper etwas, was das Kind nicht selber herstellen kann, was aber fürs normale Leben sehr wichtig ist. Wie Insulin für einen Zuckerkranken.
(einfach erklärt)
Ergotherapie hilft keinem Kind mit ADS. Es hilft bei der Motorik, nicht aber im Verhalten oder darin, wie gehe ich damit um, das in mir ständig das Chaos tobt?
Ja, vielleicht hast Du Dich schlau gemacht, und vielleicht verstehst Du im Ansatz, das Mutter und Kind Hilfe brauchen. Das spreche ich Dir nicht ab, im Gegenteil.
Aber es ist nicht gerade der richtige Weg.
Ich habe selber so schlimme Jahre hinter mir, von meinem Kind gar nicht erst zu reden. Was hat der arme Kerl leiden müssen, was ertragen müssen.
Er wird dieses Jahr 9 Jahre alt, und mit viel Glück werden dieses Jahr vielleicht mal ein paar Kinder auf seinen Geburtstag kommen, und er wird mal nicht allein sein.
Ich habe 3 Kinder, nur mein Ältester hat ADS. Was das für uns als Familie heißt, kann ich kaum in Worte fassen.
Seien wir doch ehrlich: alles was uns fremd ist, macht uns angst. Und alles, was wir nicht kennen, bedeutet Arbeit. Denn sich aufklären zu lassen und sich vielleicht auch mal die eigene Erziehung oder die Ellenbogengesellschaft an zu sehen, ist nicht leicht.

Kürzlich war ich auf einem Vortrag. Dort meldete sich jemand aus dem Puplikum mit der Frage bzw. der Aussage: Immer sucht man nach Tips und Anregungen, wie ein Kind mit ADS dazu gebracht werden kann (sei es mit Ritalin oder anderen Therapien), in unserer Gesellschaft oder in der Schule nicht immer so aus der Reihe zu tanzen. Besser und richtiger wäre es aber doch, das ganze Schulsystem so zu ändern, das solchen Kindern Platz geschaffen wird, das sie die nötige Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen. Damit sie irgendwann nicht mehr so auffallen.
Ich finde, da ist was wahres dran.

Im ürigen ist es ganz besonders wichtig, vielleicht sagst Du das Deiner Freundin, das man die gabe von Medikamenten nur als Hilfe betrachtet. Ritalin ist keine Wunderpille. Und man MUSS auf jeden Fall zusätzlich z.B. eine Verhaltenstherapie anstreben. Denn ich für meinen Teil möchte erreichen, das mein Sohn irgendwann auch ohne dieses Medikament auskommt.
Er wird immer anders sein als andere. Er muß lernen, damit zu leben.


Und müssen wir nicht auch lernen, mit denen die anders sind zu leben? Ist unsere Gesellschaft nicht schon verlogen und verwöhnt genug?
Oder wollen wir wirklich bald nur noch geklonte Superkinder in die Welt setzen?

Der Sohn von Deiner Freundin ist so furchtbar einsam, siehst Du das nicht? Warum sonst wird er aggressiv?
Ist dir als Mutter schon mal die Hand ausgerutscht? Wenn ja, wann passiert das?
Es passiert in einem Moment, in dem Du der Situation nicht mehr gewachsen bist, in der Du total überfordert und genervt bist, oder nicht?
Und was gäbe man in dem Moment für ein bißchen Hilfe?
So geht es dem Sohn Deiner Freundin ständig.
Yvonne

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