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1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von eleanamami am 12.02.2010, 21:07 Uhr.

@ sternspinne ( etwas ausführlicher)

Hallo Sternspinne, ich kann mich leider erst jetzt melden, ich hoffe, du hast noch Interesse an einer Antwort......


"Aber ist es nicht so, daß kein noch so guter Unterricht der Welt das ganze Spektrum an Kinderinteresse abdecken kann?"

Die Frage ist, ob ich das überhaupt möchte......Es gibt bei uns vielfältiges Material als Angebot für die Kinder, ansprechend für ihre Sinne, für ihre geschlechtsspezifischen Interessen, für ihren individuellen Lernstand.

Die Kinder entscheiden dann nach ihrer Befindlichkeit oder ausgehend von ihrem Ehrgeiz, was sie machen. Natürlich brauchen manche dabei mehr Hilfe als andere. Vor allem die, denen bisher nicht viel zugetraut wurde, denen alle Entscheidungen abgenommen wurden, die gelernt haben, dass sie sich selbst nicht trauen können.

Sie dürfen auch Themen anmelden......oder " Futter" einfordern. So sind einige bei der Multiplikation, andere wollen schon mit großen Zahlen rechnen oder sich mit Wortarten beschäftigen.....andere sind eben erst im Zahlenraum bis 20......

Nunja und dann müssen sie auch lernen, dass es auch Dinge gibt, die nicht unbedingt Spaß machen, aber trotzdem wichtig sind........aber es kommt eher selten vor, dass ich diese " Pflichtvereinbarungen" treffen muss.....

"Also, die Frage ist, gibt es nicht immer auch bei noch so positivem Umfeld schlichtweg Kinder, die die Regeln übertreten, die trotzdem stören, die eben früh mit ihrer Aufmerksamkeit am Ende sind.
Z.B. mein Jüngster ist zumindest weitgehend in einem solchen Umfeld in seiner Schule. Trotzdem bleibt sein permanentes Bedürfnis den Clown zu spielen, den Kasper zu machen,"


Ja, diese Kinder gibt es........mir hat die Einsicht geholfen, dass sie nicht aus bösem Willen " stören", sondern weil sie nicht anders können. Ich kann ihnen positiv und offen gegenübertreten, denn das ist es grad, was sie brauchen. Strafen, Maßreglungen und permanente Kritik verstärken nur ihr Verhalten.....Meistens haben sie emotionale Vereinsamung/ physische und/oder psychische Gewalt usw. erlebt. Ich muss ihnen geben, was ihnen fehlt.

Meine Klasse war ein turbulenter Haufen und es ging die erste Zeit gar nichts.......so dachte ich.

Viele schlaflose Nächte habe ich damit zugebracht mir zu überlegen, was ich tun kann.......das Ergebnis, wir haben aufgehört mit " Schule" und haben ein Musical einstudiert. Nur das....nicht gelesen, nicht gerechnet, nur gesungen und geprobt. Mit den Eltern haben wir Kostüme gebastelt und ich bekam Einblick über die Beziehungen zwischen den Kindern und ihren Eltern......Die Aufführungen waren großartig....vor den großen Schulkindern, vor den ehemaligen Kiga, vor den Familien......

Viele meiner Kinder haben das erste Mal erlebt, was es heißt wichtig zu sein, gebraucht zu werden, was es heißt Applaus zu bekommen.......Tränen vor Rührung bei Mama und Oma, waren dabei nicht unwichtig ;-)))

Danach erkannte ich sie nicht wieder.

Nun habe ich noch einen Jungen, der viel Ermutigung benötigt, um sich etwas zuzutrauen.

Aber sind ja noch andere Kinder, die wollen ja auch "ihres" leben. Da gibt es doch automatisch Grenzen, Reibungspunkte, die man irgendwie lösen muß."

Nicht alles muss ich lösen, sie können es immer wieder allein. Und das immer besser. Ich greife nur selten ein und frage auch dann, ob sie meine Hilfe benötigen......

Ist es für mein Empfinden mal zu laut und ich denke darüber nach, um mehr Ruhe zu bitten, klingelt meistens schon ein Kind und bittet die Kinder um mehr Flüsterzeit.

Neulich plagte mich eine Darminfektion.....ich musste die Klasse verlassen, ob ich wollte oder nicht. Ich sagte der Kollegin von gegenüber Bescheid und ging nach unten. Vielleicht waren es einige Minuten, ich kam hoch und hörte die Kinder nicht. Meoin ersten Gedanke, sie wollen mich " reinlegen" und haben sich im raum versteckt.....nein, sie waren alle irgendwie bei der Arbeit und die meisten registrierten mein Kommen überhaupt nicht.
Das wäre vor einigen Monaten nicht denkbar gewesen..........

"Auch das Problem mit dem Rucksack, den jedes Kind zu tragen hat ist ja richtig. Auch darauf wird bei uns geachtet. Aber das geht ja auch nur bedingt. Denn erstens hat das ja jedes Kind in irgendeiner Form und zweitens kann man daran oft nicht viel ändern."

Natürlich geht das nur bedingt...viele Rucksäcke tragen die Kinder aus ihren ersten Lebensjahren mit sich rum und wenn die Eltern nicht kooperieren wollen, komme ich an meine Grenze....ich kann die Familie nicht zwingen sich familientherapeutische Hilfe zu suchen. Ich kann nur für mich dann ausloten, wie ich mit dem Kind umgehe........


Weißt du, in der Natur des Kindes liegt es, zu lernen, immer und mit viel Geduld. Es ist neugierig und voller Energie, es sprudelt förmlich über.....

Ist es nicht so, haben Erwachsene die natürliche Entwicklung des Kindes gestört und es dann meistens verstört......Ich nehme Kinder mit neurologischen Befunden natürlich aus!

In der Natur des Kindes liegt es auch " brav" und gehorsam zu sein......Ist es das nicht, haben auch hier wieder Erwachsene versagt........


Nein, nur guter Unterricht kann da nicht alles auffangen, aber er kann eine Chance sein für dieses gebeutelte Kind...

Es ist völlig egal,mit wie viel Wissen ein Kind die Schule verlässt....wenn es an irgend einem Meilenstein etwas braucht, kann es sich dieses in kurzer Zeit aneignen.....aber wenn sein Selbstwert zerstört ist, wenn das Kind erfahren hat, dass es uns Erwachsenen nicht genügt, das es nicht richtig ist, dann und nur dann wird es in der Zukunft scheitern......Es sind vordergründig nicht die Schulabschlüsse, die die Menschen in die Misere stürzen, es sind die Erfahrungen, die damit verbunden sind........sitzenbleiben, ausSONDERern, selektieren.....


So, auch ich hab nur mal so meine gedanken niedergeschrieben und wenn du geduld hast, bin ich an Gedankenaustauch immer interessiert.....

LG

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